Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Juli 2018"
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!
Hos 10,12
Gottesdienste
::: Sonntag, den 19. August 2018
10.00 Uhr Gottesdienst im Rahmen der Predigtreihe „Werte“ mit Pfarrer Matthias Dellit zum Thema „Lebenswertes Leben“
::: Sonntag, den 9. September 2018
10.00 Uhr Tauferinnerungs- gottesdienst
::: Sonntag, den 7. Oktober 2018
10.00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest
Gemeindebrief - Juli, August, September, Oktober 2018
Themen und Inhalte im Überblick
1. von 9 Themen im Gemeindebrief - Juli, August, September, Oktober 2018
Liebe Gemeinde!
Mit dem Hören ist das eine besondere Sache. Der eine hört schlecht, die andere nur das, was sie nicht hören soll. Mancher bringt zu Gehör, was sich nicht gehört. Andere wiederum hören einfach nicht zu und schenken ihren Mitmenschen mit berechtigten Anliegen kein Gehör. Wer einen Hörsturz hat, hört mal besser auf seine innere Stimme, für die er bisher gehörlos war. Viele Stimmen bleiben ungehört und mancher tut Unerhörtes.

In der Bibel lesen wir, dass Gott spricht. In der Predigt, so glauben wir, spricht Gott uns sowohl durch die Bibel als auch durch die Auslegung der Bibel direkt an. Glaube, so schreibt der Apostel Paulus im Römerbrief, kommt aus dem Hören der Verkündigung des Evangeliums, und er behauptet weiter, dass uns das Wort Gottes nahe ist, ja sogar in unserem Herzen.

Immer wieder erlebe ich bei mir selbst, dass ich dieses Hören in Frage stelle. Der Einwand lautet dann: Gott redet mich nicht direkt an. Die Bibel ist ein Text aus der Antike, die Auslegung in der Verkündigung des Evangeliums ist die subjektive Meinung eines Pfarrers, einer Pfarrerin. Gleichzeitig erlebe ich es, dass mich Worte direkt ansprechen, sie sozusagen in mein Herz dringen und ich sie nicht wieder loswerde. Dabei erinnere ich mich an negative Worte, destruktive Kritik, verletzende Aussagen. Die Worte erreichen mich, sie treffen mich und beschäftigen mich. Glücklicherweise gibt es aber auch Worte, und das sind die meisten, die mich ermutigen, die mir Kraft und Zuversicht geben, Worte, die ich intuitiv auf meine Situation beziehe und die mir so Klarheit und Sicherheit verschaffen.

Worte, so meine Beobachtung, treffen. Sie treffen und betreffen mich, ob ich das will oder nicht, ob sie mir helfen oder mir schaden. Und genauso erlebe ich die Worte der Bibel und die Predigten. Manche Texte und Auslegungen sprechen mit an – sie betreffen mich – andere wiederum nicht. Woran das liegt, habe ich mich gefragt. Sicher an meiner jeweiligen Lebenssituation, aber auch daran, ob ich bereit bin zu hören, wirklich zuzuhören. Und will ich wirklich zuhören oder will ich weghören, weil die genannten Tatsachen Veränderungen von mir verlangen? Worte können gut sein und sie können schaden, aber sie können auch unbequem sein.

Im Frühsommer erfreuen wir uns an den blühenden Landschaften, an den unterschiedlichen Grüntönen, an der Wärme und den längeren Tageszeiten. Wir sprechen von der Schönheit der Schöpfung, wir beten mit Psalm 24, dass die Erde und alles, was auf ihr lebt, Gott dem Herrn gehört, der ganze Erdkreis samt seinen Bewohnern, davon dass Gott selbst das Fundament für die Erde gelegt hat. Es ist nicht allein meine Welt, in der ich lebe, es ist die Welt, die Gott gehört, die er mir anvertraut hat, mir, uns allen, damit wir darin gut leben.

Doch seit dem 2. Mai 2018 ist das wieder anders. Wir leben auf der Erde, von ihr und mit ihr, aber wir leben „auf Pump“. Seit Jahren verbrauchen wir Menschen mehr natürliche Ressourcen, als der Planet Erde zur Verfügung hat. Auch wir in Deutschland überlasten die Erde, und seit Mittwoch, dem 2. Mai, leben wir auf „Kredit“, so die Forschungsorganisation Global Footprint.
Wir Menschen in Deutschland leben ab dem 2. Mai für den Rest des Jahres auf Kosten kommender Generationen und der Menschen im Süden. Und was wirklich richtig problematisch ist: Wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie wir in Deutschland, dann bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden.

Der ökologische Fußabdruck der Menschen und der Wirtschaft müssen kleiner werden. Deutschland liege im globalen Vergleich im oberen Viertel aller Länder der Welt, was den Ressourcenverbrauch angeht, so Global Footprint. Der globale Erdüberlastungstag werde im August erwartet.

Unter dem globalen Erdüberlastungstag versteht man den Tag, wo die ganze Welt auf Kosten der Zukunft lebt. Berechnet wird der Weltüberlastungstag mit Hilfe des sogenannten ökologischen Fußabdrucks.

Auf der einen Seite steht die biologische Kapazität der Erde, Ressourcen aufzubauen - etwa Wälder, Wiesen und Gewässer - und Abfälle aufzunehmen, wie zum Beispiel CO2-Emissionen. Auf der anderen Seite wird der Gesamtbedarf des Menschen an natürlichen Ressourcen wie Wäldern, Ackerland und Flächen aufgerechnet.

Sie fragen sich nun, was das mit dem Hören zu tun hat, mit dem Hören auf Gottes Wort. Auf der einen Seite glauben wir, beten und bekennen wir, dass die Erde Gott gehört. Das bedeutet doch, wenn ich mir etwas borge, dass ich damit gut und schonend umgehe. Auf der anderen Seite steht die Lebenswirklichkeit: Ich verbrauche mehr, als ich bekommen habe. Ich nehme mir etwas, was mir faktisch nicht gehört.

Das ist ein Dilemma, das wir - wenn wir denn Hören wollen -, nur mit Taten auflösen können. Ich muss mein Leben ändern, wenn ich dem Gehörten Folge leisten will, was angesichts der Tatsache, dass Gott mir, uns nur eine Welt geschenkt hat, sinnvoll wäre.

Wie kann ich nun meinen ökologischen Fußabdruck, meinen Ressourcenverbrauch verringern? Es gibt dazu fünf umsetzbare Vorschläge:

Erstens kann ich meine Wohnung energieeffizienter machen (isolieren, LED-Lampen anschaffen, gezielt lüften …) oder aus einer großen Wohnung ausziehen in eine kleinere oder mit mehreren Menschen meine große Wohnung teilen.

Zweitens kann ich versuchen, in der Nähe meiner Arbeit zu leben und dort auch einkaufen. So kann ich die meisten Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Falls man doch einmal ein Auto braucht, bietet sich Carsharing an (so spart man außerdem Versicherungsbeiträge, Reparaturkosten, die Parkplatzsuche …).

Drittens kann ich mich ohne viele Tierprodukte ernähren, was bekanntlich auch gesünder ist.

Viertens kann ich Müll soweit wie möglich vermeiden und meinen Abfall trennen, besonders den Kompost. Das verhindert beispielsweise auch Methanbildung auf Mülldeponien.

Und fünftens kann ich darauf achten, von wem ich meine Energie beziehe und wie ich mit meinem Geld umgehe. Ich kann darauf achten, dass meine Investitionen ressourcenschonend sind, also eher in Windkrafträder als in Kohlekraftwerke investieren.

Manches setzt von mir eine Veränderung meines Lebensstils voraus. Das kann auch mal unbequem sein. Aber will ich wirklich, dass meine Kinder, Enkel und Urenkel keine Zukunft mehr auf dieser Erde haben? Und will ich ständig Gott überhören, der mir sagt: „Du bist verantwortlich für deinen Lebensstil“? Es liegt an mir, ob ich hören will oder nicht. Meiner Meinung nach haben wir als Menschen keine Chance, wenn es mit uns auf dieser Welt weitergehen soll, als uns zu verändern.

Wenn Sie heute in die Natur gehen und die Welt betrachten, können Sie sich dann vorstellen, dass es das irgendwann nicht mehr geben soll, weil ich, weil wir nicht gut mit der geborgten Erde umgegangen sind?

Ich wünsche Ihnen eine nachdenkliche und achtsame Sommerzeit. Genießen Sie die Schönheit des Sommers so, dass alle Menschen auch in Zukunft diese Schönheit der Erde erleben können.

Ihnen eine gesegnete Sommerzeit.
Herzliche Grüße,
Ihr Pfarrer Stefan Remmert
  1    2    3    4    5    6    7    8    9      Nächste
Bildquellen: Magazin Gemeindebrief_2018, Fotostudio Daniel, Privatfotos
Home  | Aktivitäten  | Gemeindebrief  | Geschichte unserer Gemeinde  | Sitemap  | Datenschutz  | Impressum
Copyright © 2005-2018 - Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld