Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
4. von 8 Themen im Gemeindebrief - Weihnachten 2005
Eindrücke einer Ostseekreuzfahrt
Sollten Sie am Sonntag, dem 28.08.2005, aus irgendwelchen Gründen nicht am Gottesdienst in unserer Kirche teilgenommen haben und stattdessen den Fernsehgottesdienst im ZDF mitgefeiert haben, dann, ja dann hätten Sie schon einen wesentlichen Eindruck von der Kreuzfahrt erhalten. Ich meine die Übertragung des Gottesdienstes von „MS Paloma“ während der letzten Etappe der Reise zwischen Danzig und Bremerhaven. Das Thema: “Grenzenlos glauben – Horizonte erweitern“. Meine Freunde waren zufällig im „Kasseler Sonntagsblatt“ auf die Anzeige einer christlichen Reiseagentur aus dem Stuttgarter Raum gestoßen, die zu der Kreuzfahrt einlud.

Der Willkommensgruß im Bordbuch mit der Anrede “Liebe Kreuzfahrtfamilie“ und dem Wunsch, die 400 Personen umfassende Reisegesellschaft möge zu einer großen Gemeinde zusammenwachsen, waren das Programm der Veranstalter. Diesem Ziel dienten die vielfältigen Angebote bis hin zur Vorbereitung des geplanten Fernsehgottesdienstes.

Wir fühlten uns in der Tat herzlich aufgenommen und erlebten die Tage wie eine Urlaubsfreizeit einer großen Gemeinde, zu der auch ca. 60 Posaunenbläser gehörten. Die spielten an Deck und in den besuchten Städten ihre Lieder und Musikstücke. Mehrere Besuche in evangelischlutherischen Kirchengemeinden ließen uns buchstäblich über Grenzen hinweg die Verbundenheit mit Christen Europas und Skandinaviens erleben.

Familie waren wir auch dadurch, dass drei Generationen die Kreuzfahrtgemeinde bildeten. Von gerade mal Schulpflichtigen, ja auch noch darunter, bis hin zu über 80-jährigen reichte die Altersspanne. Das belebte ungemein.

Und das war die Route (über 3000 km), die unser Schiff nahm: Vom Ausgangshafen Kiel nach Visby auf Gotland, dann hinüber nach Stockholm. Von da nach Tallin (Estland) und dann zum östlichsten Punkt der Reise St. Petersburg. Ein wenig nördlicher dann Helsinki. Hinüber nun nach Riga (Lettland) und schließlich bis Klaipeda (Memel) im dritten baltischen Staat Litauen, ehe wir Gdynia (Gdingen), vor Danzig gelegen, anliefen. Wie schon genannt, die letzte Etappe durch den Nord-Ostsee-Kanal bis Bremerhaven.

Einerseits hatten wir das Erlebnis der Seefahrt mit den Landausflügen, den Stadtrundfahrten, den Besuchen in Museen wie z.B. dem Wasa-Museum in Stockholm oder der berühmten Eremitage in St. Petersburg mit dem Bernsteinzimmer und dem Gemälde Rembrandts „Die Heimkehr des verlorenen Sohnes“; dazu die Besichtigung von Schlössern wie dem Peterhof und dem Katharinenpalast in Puschkin und später der Marienburg und anderer herausragender historischer Bauten.
Erwähnt waren schon die Evangelischen Gemeinden in ihren zweckentfremdeten alten Kirchen, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zurückgegeben wurden.


Die Kreuzfahrer vor der ev.-luth. Marienkirche St. Petersburg

Andererseits gab es ein vielseitiges Bordprogramm mit Morgengruß und Bibelzeiten, mit Kurzreferaten zu Geschichte und momentaner Situation des gerade anzulaufenden Landes und der dortigen evangelischen Gemeinden. Die Bordkapelle und die zum Veranstalter gehörigen Sänger, Sängerinnen und Musiker luden zu Konzerten ein. Junge Leute boten für Kinder und Jugendliche eigene Programme an. Die Posaunenbläser übten für den geplanten Gottesdienst und mehrere Gruppen erarbeiteten seine inhaltliche Gestaltung.

Jeder Kreuzfahrer konnte seinen Tagesplan nach eigenem Geschmack gestalten. Alle Angebote konnten unverbindlich genutzt werden. Selbstverständlich gab es feste Termine für die Mahlzeiten im großen Speisesaal in angenehmer Atmosphäre mit reichhaltigen, vorzüglichen Gerichten. Bedient wurden wir von einem kompetenten, freundlichen Serviceteam. Fast alle Bediensteten kamen aus Osteuropa, eine größere Zahl direkt aus Odessa (Ukraine). Odessa, diesen Namen trug ursprünglich das MS Paloma. Das überwiegend freundliche Wetter trug erheblich zum Gelingen der Fahrt bei. Der Seegang bei zuweilen recht kräftigem Wind verdarb uns nicht den Appetit, vorsorglich ausgeteilte Tüten blieben ungenutzt.

Alles in allem: Wir erlebten eine hochinteressante Reise, manchmal schon anstrengend, aber aufgenommen in die „Situationsgemeinde Ostseekreuzfahrer 2005“.
Eberhard Kalinke, Pfr. i. R.
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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