Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
3. von 10 Themen im Gemeindebrief - Ostern 2005
Lasst uns ein Licht sein
Von Panama nach Polen. Der Weltgebetstag rollt seit über 100 Jahren um die Welt und für 2005 kommt er uns ganz nah: aus unserem Nachbarland Polen. Die einst so schwierige, geschichtsträchtige und schmerzliche Oder-Neiße-Grenze können wir nun ohne große Formalitäten wechselseitig überschreiten und uns fröhlich zuwinken mit der neuen Liturgie in den Händen: Lasst uns ein Licht sein. Das Motto fußt auf Jesu Zuspruch aus der Bergpredigt: Ihr seid das Licht der Welt. Und im Epheserbrief, den die Verfasserinnen der Gottesdienstordnung ebenfalls zitieren, heißt es in etwa: Werdet, was ihr seid, lebt als Kinder des Lichts.

Das Motto der polnischen Liturgie gilt weltweit für die Christinnen aller Konfessionen in über 170 Ländern. Aber speziell für unser deutsch-polnisches und polnischdeutsches (dazu auch BRD-DDR) Verhältnis hat es eine besondere Brisanz: Lasst uns einander Licht sein!

Fallt nach der Europa-Euphorie vom Mai 2004 nicht wieder zurück in alte Vorurteile, in Misstrauen oder gar Gleichgültigkeit! Polen ist für Deutsche genauso spannend und schön wie etwa Frankreich.

Zweifellos ist das Leben in Polen mit seinen 38 Millionen Einwohnern mehr geprägt von christlichen Traditionen - die ja auch der Kommunismus nicht klein kriegte - als in jedem anderen Land in Europa. Das gilt nicht nur für die 90 bis 96% Katholiken, auch die Orthodoxen, die Protestanten und Mitglieder anderer christlicher Kirchen sind in ihrem Leben sehr stark religiös geprägt. Ein solider, eher k o n s e r v a t i v e r Grundkonsens verbindet sie alle, wenngleich es durchaus Ansätze zu feministischer Theologie gibt. Gegen alle Erwartungen hat sich seit Jahren eine tragfähige Ökumene „in des Papstes eigenem Land“ entwickelt und so konnten Frauen aus neun verschiedenen Konfessionen eine gemeinsame Basis finden und die neue Liturgie und das Begleitmaterial schreiben. Stolz und Freude darüber, dass sie für die ganze Welt die Gebete formulieren durften, ist allen Weltgebetstagsfrauen anzumerken.

Polinnen und Polen sind aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte besonders sensibel. Zwischen 1772 und 1795 wird Polen dreimal zwischen Russland, Preußen und Österreich zerrissen und zerteilt. Bis 1918 verschwand es für gut 120 Jahre von der Landkarte und musste versuchen, mit der Parole „Noch ist Polen nicht verloren“ in den Köpfen und Herzen weiter zu leben. Tapferer Freiheitswille, Nationalstolz und ihr christlicher – nicht zuletzt röm.- kath. Glaube – hielten die Kräfte wach, um 1918 einen unabhängigen polnischen Staat ausrufen zu können. Von 1933 an begann für Polen wie für Deutsche eine neue Schreckensgeschichte.

Der Weltgebetstag am 4. März möge mit seinem Motto „Lasst uns ein Licht sein“ den Mut und die Kraft geben, dass sich deutsche und polnische Christinnen und Christen einander ihre schlimme Geschichte eingestehen, erzählen und vergeben können – im Lichte der Botschaft Jesu.
Renate Kirsch

Der Weltgebetstagsgottesdienst findet am Freitag, dem 4. März, um 18:30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Jakobus statt.
Renate Ehmer

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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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