Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
2. von 10 Themen im Gemeindebrief - Ostern 2005
Gedanken zur "Jahreslosung 2005"
Jesus sprach zu Petrus: Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
(Lukas 22, 32)

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Ich grüße sie mit der Jahreslosung 2005, die uns nicht nur ein Leitbild für die kommenden Monate des Jahres sein will, sondern es auch für unser ferneres Leben sein kann.

Der Glaube an Gott und die Treue in der Nachfolge werden in unserem Leben auf harte Proben gestellt. Wir machen viele Selbsterfahrungen. Diese aber bedeuten, dass wir bei uns Höhen und Tiefen erleben, die wir verarbeiten müssen. Dabei können uns Vorbilder eine große Hilfe sein. Niemand unter uns kommt ohne sie aus. Aber Vorbilder werden auch abgelehnt, weil sie enttäuscht haben oder weil sie in ihrem Übereifer und übertriebenem Selbstbewusstsein unerreichbar „scheinen“. Dann erdrücken sie uns mehr, als sie uns helfen.

Trotzdem: wir brauchen Vorbilder und manchmal gerade auch dort, wo sie von ganz anderer Art sind, als unsere gewöhnlichen Vorbilder. Vorbilder, die zeigen, wie man mit seinem eigenen Versagen, seinen Fehlern und Niederlagen umgehen kann. Wie hat er oder sie das bewältigt? Wie ist er daraus hervorgegangen?

Ausgerechnet, oder gerade der „Versager“ Petrus, der Jünger Jesu, der gewohnt war, dass man zu ihm groß aufschaute (der „Felsenmann“) gibt uns hier ein gutes Beispiel. Nach Jesu Gefangennahme kam ihm im Hof des Hohen Priesters durch den Hahnenschrei sein klägliches Versagen zum Bewusstsein. Das erinnerte ihn an die frühere Prophezeiung Jesu: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!“ Sein Versagen: eine bittere Enttäuschung für ihn! Doch was ging dieser voraus? Jesu Zuspruch an Petrus: „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.“

Und dabei sieht er Petrus an. Jesus kennt uns, unsere Vorsätze, unsere Prinzipien, unsere Frömmigkeit. Er weiß, dass das alles auf die Dauer nicht trägt. Und – wenn er uns anschaut, ertragen wir das? Schauen wir da weg? Jesus schaut den Petrus fest an. Was liegt in diesem Blick? Er will sagen: Ich habe für dich gebetet. Das ist es, was später bei Petrus zur endgültigen Sinneswandlung führt, was ihn fortan trägt und hält. Das hält alle, die an ihren großen Plänen, ihrem übergroßen Glauben scheitern. Dieser Blick von Jesus sagt: Ich liebe dich, Mensch, tiefer als du ahnst. Ich kenne dich mehr, als du weißt.

Mit dieser festen Gewissheit ist Petrus nicht bei der Selbstanklage stehen geblieben, sondern er hat die Gnade von Jesus angenommen. Ihm wurde zutiefst bewusst: Das Leben gelingt nur in der Gnade, die Verfehltes vergibt, die Schwachheit in Kraft verwandelt und das Unvollendete mit dem Blick der Liebe ansieht. Und so wurde aus dem Fischer Petrus der „Menschenfischer“ Petrus, der für uns ein Vorbild ist.

Herr, unser Gott, stärke und erhalte unseren Glauben, stell’ uns Vorbilder wie Petrus an die Seite, die uns Halt und Orientierung geben. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen.
Karl Best
Kirchenältester
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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