Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
5. von 10 Themen im Gemeindebrief - Weihnachten 2004
Der Lektorendienst in der Kirchengemeinde
"Ich grüße Sie sehr herzlich zu unserem heutigen Lektorengottesdienst und freue mich, dass ich heute gemeinsam mit Ihnen diesen Gottesdienst feiern darf." So oder so ähnlich beginnt ein Gottesdienst, wenn dieser nicht vom Pfarrer gehalten wird. Da ist von Lektor die Rede.

Lector (lateinisch), der Leser. Es ist also ein Lesegottesdienst, der da gehalten wird, weil der Pfarrer zum Beispiel Urlaub hat oder anderweitig verhindert ist. Gerade in kleineren Gemeinden, auch in unserer Region, z. B. in Burghaun/Rothenkirchen, Mansbach/Hohenroda, Wehrda/Rhina oder Eiterfeld, wo nur ein Pfarrer eine Gemeinde betreut, ist der Lektorendienst immer wieder ein wichtiger Bestandteil des Gemeindelebens.

Lektorinnen und Lektoren haben mit ihrem ehrenamtlichen Dienst Teil an der öffentlichen Verkündigung der Kirche. Sie sind dem Wort Gottes verpflichtet und der Gemeinde, für die sie ihren Dienst tun. Die Aussagen, die eine Lektorin bzw. ein Lektor im Gottesdienst trifft, müssen verbindlich sein. Daher ist für den Lektor zunächst eine Ausbildung und die Berufung in den Lektorendienst Voraussetzung. Alle Landeskirchen in Deutschland haben daher Ausbildungswege für den Lektorendienst entwickelt. Die Ausbildung in unserer Landeskirche geschieht durch Vorbereitungskurse im Bereich Gemeindeaufbau. Der Kurs beginnt mit einer Vorbesprechung und einer Kursplanung. Am

Anfang stehen natürlich das Bewusstsein und die Klärung der eigenen Motivation zum Lektorendienst. Bei mir war es der Wunsch, aktiv an der Gottesdienstgestaltung teilzunehmen. Aktiver noch als früher, als ich unter anderem als Küster für unsere Gemeinde tätig war, oder als wir mit den Bands "On the Road" und "Tempora" Gottesdienste musikalisch mitgestalteten.

Doch was sind nun die Kursinhalte des Lektorenkurses, wurde ich immer wieder mal gefragt. Ist das schwer? Nein, und dennoch gehören viele wichtige Bereiche dazu, mit denen man sich genauer beschäftigen sollte. Grundfragen des Lektorendienstes, die eigenen persönlichen religiösen Erfahrungen, die schon genannte eigene Motivation, die Gestaltung des Gottesdienstes allgemein. Die Beschäftigung mit der Liturgie gehört natürlich auch dazu. Ebenso wie die Betrachtung des Kirchenjahres, die liturgischen Farben und die Arbeit mit der Agende. Auch wird im Kurs eine eigene Andacht erarbeitet. Das Gesangbuch, die Kirchenlieder als wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes sind ebenso Bestandteil der Arbeit im Lektorenkurs. Heutzutage gehören auch Videoübungen zum Lektorenkurs dazu. Sprechtraining ist ebenso ein Bestandteil, denn die Gemeinde soll den gesprochenen Text ja gut verstehen. Auch lernt die angehende Lektorin bzw. der angehende Lektor den Umgang und die Bearbeitung der "Kasseler Haus- und Lesegottesdienste", die den Lektoren unserer Landeskirche zur Verfügung stehen. Seit nunmehr 57 Jahren erhalten Lektorinnen und Lektoren die vorbereiteten Gottesdienste für die jeweiligen Sonntage regelmäßig in Papierform zugesandt. Neu ist seit zwei Jahren die Möglichkeit, die Gottesdienste als Textdatei im Internet auf den eigenen PC laden zu können, um sie dann weiter bearbeiten zu können. Die "Kasseler Haus- und Lesegottesdienste" bilden die Grundlage für den Gottesdienst an dem entsprechenden Sonntag. Natürlich kann der Lektor diesen Gottesdienst bearbeiten und Passagen an aktuelle Ereignisse oder besondere Gegebenheiten vor Ort anpassen, auch eventuell Lieder austauschen, wenn er dies für notwendig erachtet. Diese Bearbeitung der Gottesdienste macht mir immer wieder besonders viel Spaß und Freude.

Nach dem Abschluss des Ausbildungskurses geht an den Kirchenvorstand der Gemeinde ein Abschlussbericht mit einer Stellungnahme über den/die Kursteilnehmer/in. Darin wird die Empfehlung ausgesprochen, dass der Kirchenvorstand nun die Berufung in den Lektorendienst aussprechen kann.

Nach der Berufung durch den Bischof wird die Lektorin bzw. der Lektor in einem feierlichen Gottesdienst in der eigenen Gemeinde in das Amt eingeführt und innerhalb des Kirchenkreises als Lektor/in geführt. Natürlich werden regelmäßig gemeinsame Treffen und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Auch überregionale Treffen erfolgen regelmäßig.

Meine eigene Ernennung zum Lektor erfolgte am 13. Dezember 1984. Vorangegangen war ein ca. einjähriger Lektorenkurs in Neuhof, den ich u.a. zusammen mit Frau I. Endig und Herrn K. Best besuchte, die ebenfalls zu den Lektoren unserer Gemeinde gehören. Gottesdienste und Andachten halte ich sehr häufig in Vertretung für Pfarrer in den anfangs im Bericht erwähnten Kirchengemeinden Burghaun, Rothenkirchen, Mansbach, Hohenroda, Wehrda, Rhina und Eiterfeld. Aber auch in Hünfeld habe ich schon des öfteren Gottesdienste gestalten dürfen. Aber nicht nur allein ist es schön, einen Gottesdienst gestalten zu dürfen. Gerne erinnere ich mich immer wieder an gemeinsame Gottesdienste mit Frau Pfarrerin Ziegler und den Herren Pfarrer Schreiner und Pfarrer Gossler z.B. an der Dicken Eiche, die Ostemachtfeiern oder die Christmetten, die immer sehr feierliche und ganz besondere Gottesdienste sind.

Das Amt der Lektorin bzw. des Lektors ist also sehr interessant und vielleicht auch für manche Leserinnen oder Leser dieses Artikels eine Möglichkeit, sich in unsere Gemeindearbeit einzubringen. "Die Laienpredigt gehört zum Amt der Verkündigung", heißt es in einem Buch zum Lektorenamt. Und weiter heißt es: "Dieses Amt ist für die Gemeinde unentbehrlich." Unentbehrlich ist dieses Laienamt und so wichtig für unsere Kirche, dass man die Aufgaben des Lektorenamtes sogar in einem Kirchengesetz über den Dienst der Lektoren in 1969 festgeschrieben hat.

Doch viel wichtiger ist, dass die Kirche lebt durch unser Tun und Wirken in der Gemeinde, unserer Gemeinde. Vielleicht auch durch das Tun und Wirken als Lektorin oder Lektor.
Hartmut Krause
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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