Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
2. von 10 Themen im Gemeindebrief - Weihnachten 2004
Gedanken zum Monatsspruch November 2004
Liebe Leser, im November häufen sich die christlichen Feiertage; der letzte Sonntag des Monats markiert gar schon den Beginn der Adventszeit. Ab dem 31. Oktober (Ende der Sommerzeit) gibt es auch wieder längere freie Abende. Zeit also - aber auch Grund genug für ausführliche Gedanken zu dem folgenden Monatsspruch, mit dem ich sie diesmal grüßen möchte.

So spricht der Herr: "Wahret das Recht und übt Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbart -werde."
(Jesaja 56, 1)

Vertrauen auf Gott verführe den Menschen dazu, die Hände in den Schoß zu legen, quasi Gott einen guten (frommen) Mann sein zu lassen. So sagen die Verächter der christlichen Religion. Wohin es aber führt, wenn andererseits Menschen ohne Gott, ja gegen ihn, die Welt gestalten, dafür hat die Geschichte wie auch unser neues Jahrhundert schon genügend abschreckende Beispiele geliefert. Für die Bibel besteht dieser scheinbare Widerspruch nicht. Der Mensch kann eine "heile" Welt weder planen noch schaffen. Er ist aber deshalb keineswegs aus allem Planen und Schaffen entlassen. Nicht ohne den Menschen, sondern mit ihm und durch ihn will Gott allen helfen. "Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen", sagt Paulus im l. Timotheusbrief. Gottes Hilfe ist also erreichbar. Das Entscheidende und der Anfang liegen jedoch bei ihm - bei Gott selber. Dann aber bekommt auch der Mensch eine - seine Aufgabe: "Tut, was Recht ist, und haltet euch an meine Ordnungen!" Die gleiche Reihenfolge zwischen dem, was Gott tut, und dem, was unserer Aufgabe entspricht, finden wir auch bei Jesus: "Nahe ist das Reich Gottes! Ändert euer Leben, glaubt an das Evangelium" (Markus l, 15). Die gleiche Reihenfolge begegnet uns auch in seinem Gleichnis vom hartherzigen Schuldner: "Deine Schuld habe ich dir vergeben, solltest du da nicht auch deinem Bruder die Schuld erlassen?!" (Matthäus 18, 32-33) Wer mit dieser Erkenntnis lebt, sein Denken und Handeln danach ausrichtet, der hat das Evangelium begriffen; er wahrt in der Tat Gottes Recht und offenbart seine Gerechtigkeit.

Herr, unser Gott, öffne uns Augen und Ohren. Schärfe unseren Verstand, damit wir erkennen und begreifen, was Recht und wahre Gerechtigkeit für die Menschen in unserer Zeit bedeuten. Einer Zeit, in der Unrecht, Heuchelei und Machtstreben an der Tagesordnung sind. Gib uns den Mut, Herr, uns in deinem Namen an die Seite der vom Unrecht Betroffenen zu stellen - auch, wenn uns dies einsam macht.
Karl Best
Kirchenältester
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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