Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
6. von 8 Themen im Gemeindebrief - Erntedank 2004
Ausflug des Frauenkreises nach Wittenberg und Torgau
15 Frauen begaben sich am 10. Juni auf die Reise zu den Stätten der Reformation. Zum ersten Mal erstreckte sich der traditionelle Ausflug des Frauenkreises über zwei Tage. Übernachtet wurde im Glöcknerstift, einem kirchlichen Freizeitheim in Wittenberg. Die Führung durch die Stadt Wittenberg hatte Frau Ziegler übernommen. Sie begann auf dem Marktplatz mit seinem schönen Renaissance-Rathaus und den beiden Bronzestandbildern davor: Luther und Melanchthon. Von dort bis zur Stadtkirche sind es nur wenige Schritte. Die Stadtkirche ist als Luthers Predigtkirche besonders eng mit dem reformatorischen Geschehen verbunden. Mittelpunkt ist der 1547, ein Jahr nach Luthers Tod, eingeweihte Flügelaltar Lucas Cranachs. Der Maler stellte darauf das reformatorische Verständnis von Predigt, Taufe, Beichte und Abendmahl dar. Die prächtigen Farben haben noch nichts von ihrer Leuchtkraft verloren. In den Gestalten der vier Einzelbilder treten uns leibhaftige Menschen aus dem Wittenberg der Lutherzeit entgegen: Luther, Melanchthon, Bugenhagen, Luthers Frau und Sohn und andere bekannte und unbekannte Glieder der Wittenberger Gemeinde.

Es war schön, dass wir die Stadtkirche nicht nur besichtigt haben, sondern auch als Kirche erleben konnten, denn wir kamen gerade zur rechten Zeit, um am Mittagsgebet teilzunehmen.

Unser Weg führte dann zu den Cranachhöfen am Markt und in der Schlossstraße. Cranach war nicht nur Maler, sondern auch Apotheker, Buchverleger, Ratsherr und mehrmals Bürgermeister.

Unsere Führung endete am westlichen Ende der alten Stadt Wittenberg. Dort stehen das Schloss und die Schlosskirche. Wir sahen die Gräber Luthers und Melanchthons und die Standbilder der beiden sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen und seines Bruders Johann des Beständigen. Beide Fürsten sind für das Gelingen der Reformation von großer Bedeutung gewesen. Wir standen auch vor der sicherlich meist fotografierten Tür Europas, der Thesentür. Die originale Tür verbrannte während des Siebenjährigen Krieges, die heutige Bronzetür wurde 1858 eingeweiht und gibt in lateinischer Sprache den Wortlaut der 95 Thesen wieder.

Der Nachmittag gehörte dem Besuch des Lutherhauses. Hier, in den Räumen des ehemaligen Augustinerklosters, hat Luther gelebt und gearbeitet. Heute beherbergt es die größte reformationsgeschichtliche Sammlung der Welt. Nach umfangreicher Renovierung wurde das Lutherhaus erst im Herbst 2003 wieder eröffnet. Von der gelungenen Restaurierung zeugen vor allem die Kellerräume, die ein lebendiges Bild von Käthe Luthers umfangreicher Tätigkeit vermitteln, aber auch der im neuen Glanz strahlende große Hörsaal, der an Luthers Vorlesungstätigkeit erinnert. Das Herzstück des Hauses, die Lutherstube, ist unverändert geblieben. Der große Tisch und die eingebauten dunklen Möbel beflügeln die Phantasie und wir stellen uns vor, welche Tischgespräche mit welchen Gästen hier stattgefunden haben.

Am Abend konnten wir uns von den Strapazen der Besichtigungstour erholen: Bei gutem Essen und Trinken saßen wir in gemütlicher Runde, zuerst im Biergarten, aber ein plötzlicher Regenschauer ließ uns ins urige Lokal flüchten.

Am nächsten Tag brachte uns der Zug pünktlich nach Torgau. Das malerische Schloss Hartenfels und die historische Altstadt Torgaus mit ihren winkligen Gassen hätten allein schon die Reise gelohnt. Uns erwartete noch ein besonderes Bonbon: Die 2. sächsische Landesausstellung, die im Schloss Hartenfeld stattfand unter dem Thema "Glaube und Macht". Eine ausgezeichnete Führung durch die Ausstellung vermittelte uns etwas vom Lebensgefühl der Renaissance und von der Aufbruchstimmung der Reformation, wie sie sich in großartigen Gemälden und Skulpturen widerspiegeln.

Die enge Verknüpfung von Politik und Kirche in der frühen Neuzeit wurde deutlich. Unter dem Schutz der sächsischen Fürsten wuchs die Reformation Martin Luthers zu einer unaufhaltsamen Kraft heran.

Neben der Ausstellung blieb aber auch noch Zeit, Katharina Luthers Sterbehaus zu sehen und ihren Grabstein in der Marienkirche.

Als der Zug uns am späten Abend wieder nach Hünfeld zurückbrachte, waren wir erfüllt von vielen schönen Eindrücken und dankten Frau Renate Ehmer herzlich für die gute Organisation der Reise.
Renate Ziegler, Pfrin i.R
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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