Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Dezember 2017"
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk 1,78-79
Gottesdienste
::: 3. Sonntag im Advent, 17. Dez. 2017
18.00 Uhr Gottesdienst mit Empfang des Friedenslichts
::: Mittwoch, den 20. Dezember 2017
19.00 Uhr Adventsandachten
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
15.30 Uhr Familiengottesdienst
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
17.30 Uhr Christvesper für Erwachsene
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
22.00 Uhr Christmette mit Abendmahl
::: 1. Weihnachtstag, 25. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl
::: 2. Weihnachtstag, 26. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst
::: Silvester, 31. Dezember 2017
18.00 Uhr Jahresschlussgottesdienst
::: Neujahr, 1. Januar 2018
18.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Beginn des neuen Jahres in der Klosterkirche
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 8 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2014 Januar, Februar 2015
Liebe Gemeinde!
Jetzt beginnt wieder die dunkle und kalte Jahreszeit. Was war im Sommer? Ein Sommerloch gab es nicht. Die Kriege in der Ukraine, in Syrien und in diesen Tagen der Terror des Islamischen Staates dominierten die Medien und bewegten die Menschen. Immer mehr Menschen suchen in Europa Sicherheit und die Chance für ein gutes Leben. Zahlreiche Flüchtlinge aus den Krisengebieten suchen auch bei uns in Deutschland die Möglichkeit, ein menschliches Leben in Sicherheit und Wohlergehen zu leben.

So beschäftigt uns in dieser Zeit die Frage, wie wir mit den Menschen umgehen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen, für ihre Familien, besonders für ihre Kinder, und für sich. Sie wollen ein menschliches Leben bzw. die Chance dazu.

Ist das verwerflich? Was würde ich tun, wenn in unserem Land ein Bürgerkrieg toben würde? Oder wenn in unserem Land der Terror des Islamischen Staates herrschen würde?

Soweit ich weiß, wären meine Großeltern gerne aus dem Nazi-Deutschland geflohen. Doch sie wussten nicht wohin. Und so denke ich, dass viele Menschen erst einmal fliehen vor dem Schrecken, der Gewalt und dem Terror und sich erst im Laufe der Flucht überlegen, wohin die Reise gehen könnte.

Als evangelische Christen suchen wir in Lebensfragen Orientierung in der Bibel. Man nennt das das Schriftprinzip. Was sagt die Bibel zu dem Thema Flucht und Vertreibung?

Zunächst, Jesus, auf den wir uns beziehen und an den wir glauben, war selbst ein Flüchtlingskind. Nach seiner Geburt musste er nach Ägypten fliehen, weil der König Herodes beschlossen hatte, ihn zu töten. Nachzulesen bei Matthäus, Kapitel 2. Jesus ist selbst ein Flüchtling gewesen, aus religiösen Gründen würden wir heute sagen. Immer wieder mussten Christen aufgrund ihres Glaubens fliehen, wenn sie nicht schikaniert, benachteiligt oder gar getötet werden wollten. Man kann auch sagen, dass die Problematik von Flucht und Vertreibung die ganze Glaubensgeschichte durchzieht und eine der grundlegenden Erfahrungen der Christen ist. Aus diesem Grund wenden sich Jesus und die Apostel immer wieder den Schwachen zu, die im Alten Testament stereotyp als Witwen, Waisen und Fremdlinge bezeichnet werden.

Ein weiterer Grund findet sich in der Glaubensgeschichte Israels, auf die Jesus und wir Christen uns beziehen. Die Urerfahrung Israels war es, in Ägypten fremd zu sein. Sie wurden dort unter dem Pharao unterdrückt und geknechtet, bis Gott Mose sandte, der das Volk in die Freiheit führte. In einer Wiederholung der 10 Gebote erinnert Gott ausdrücklich sein Volk an diese Erfahrung: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft.“ (5. Mose 5,6) Und aufgrund dieser tiefgreifenden Erfahrung fordert Gott im selben Buch, sich der Fremdlinge anzunehmen. Wörtlich wird gesagt (5.Mose 19,17-19): „Denn der HERR, euer Gott, ist der Gott aller Götter und der Herr über alle Herren, der große Gott, der Mächtige und der Schreckliche, der die Person nicht ansieht und kein Geschenk nimmt und schafft Recht den Waisen und Witwen und hat die Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.“

Hinter dem Hinweis auf die eigene Erfahrung steht die Mahnung, sich des Fremden anzunehmen. Auf Fremde zuzugehen ist schwer. Frei nach dem Motto: „Ich habe nichts gegen Fremde, aber die sind nicht von hier!“ In der Begegnung mit dem Fremden werden eigene Ängste und Befürchtungen wach. In der Begegnung erlebe ich auch, dass man die Welt mit anderen Augen sehen kann und das verunsichert mich. Gleichzeitig erlebe ich in der Begegnung, wer ich bin. Ich kann meinen Standpunkt wahrnehmen und eine Identität ausbilden.

Konkret können wir uns den Flüchtlingen in unserer Stadt zuwenden. Wer das tun möchte, kann sich dabei an mich wenden. Wir können uns für Menschenrechte einsetzen, für ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschaften. Auch da gibt es Gruppen, die für diese Ziele arbeiten. Eines können wir jedoch nicht: Uns in dieser Problematik neutral verhalten. Dagegen steht die ganze biblische Tradition.

Gott mutet uns zu, gesellschaftliche Probleme anzugehen. Und wer sagt, er könne nichts tun, dem möchte ich mit dem Philosophen Konfuzius antworten: „Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“

Ob es in der dunklen Jahreszeit dunkel bleibt, liegt an uns. Damit es in der dunklen Jahreszeit nicht dunkel bleibt, sondern das Licht der Liebe Gottes unter uns leuchtet, hat Gott seinen Sohn gesandt, der auch ein Flüchtlingskind gewesen ist.
Ihr Pfarrer Stefan Remmert
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief 1/2015, Offiz. Webseiten WGT 2015, Privatfotos
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