Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
10. von 11 Themen im Gemeindebrief - Juli, August, September, Oktober 2013
Soviel du brauchst (2.Mose 16,18)
34. Deutscher Evangelischer Kirchentag Hamburg 1.-5. Mai 2013
Schön war’s beim Kirchentag!

„Wie war’s beim Kirchentag?“, werden die Rückkehrer aus Hamburg gefragt. „Schöön!“, ist die begeisterte Antwort. Die meisten Frager begnügen sich damit, zum Glück. Wie soll ich dieses „Schöön!“ jemandem beschreiben, der noch bei keinem Kirchentag gewesen ist? Das wäre fast so, als wollte ich einem Blinden das Sehen erklären. Zum Beispiel beim Eröffnungsgottesdienst auf dem Fischmarkt. Er begann mit dem Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehre“. Wie soll ich beschreiben, was für ein Gefühl das ist, mit Tausenden von Menschen die vertrauten Verse zu singen an einem strahlenden Maitag? Dieses Gefühl, zu der Christenschar dazu zu gehören, so wie es in der Apostelgeschichte beschrieben wird: „Sie waren alle einmütig beieinander, alle eines Herzens und Sinnes.“

Oder lässt sich das beschreiben, was ich empfand, als der Abschlussgottesdienst mit dem Ostergruß eröffnet wurde. „Der Herr ist auferstanden!“ und 130 000 antworteten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“? das klang wie eine Botschaft an die ganze Welt.

Die Lesung aus Micha 4,4 ließ uns einen Blick in eine andere Welt tun: „Sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Ein jeder wird unter seinem Weinstock und Feigenbaum wohnen, und niemand wird sie schrecken, denn der Mund des Herrn hat’s geredet.“ Das war wie eine Antwort auf die Losung des Kirchentages „Soviel du brauchst“.

Schön war’s beim Kirchentag in „Planten und Blomen“. In diesem Park hatten die Kinder ihr Reich. Die Kinder standen im Zentrum und hatten auch selber etwas aus ihrer Gemeinde mitgebracht, das sie auf der Bühne darstellten. Da gab es ein Musical über Mose, den „coolen“ Retter, das großen Eindruck gemacht hat. Wir selber sahen die Geschichte vom Propheten Bileam und seinem klugen Esel. Ein Theaterstück, das eine Kindergottesdienstgruppe mit ihren Helfern sehr eindrücklich gespielt hat und das den Zuschauern gefiel. Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Kinder so ganz erfüllt sind von dem, was sie singen und sagen.

Schön war’s beim Kirchentag, auch wenn es hin und wieder eine kleine Enttäuschung gab. Wir hatten uns auf die Bibelarbeit mit Wolfgang Schäuble gefreut – endlich mal kein Theologe –aber er konnte nicht kommen und die Bibelarbeit fiel aus. Ein anderes Mal war die Kirche überfüllt, in der ein Konzert stattfand – wir wurden nicht mehr eingelassen.

Dafür haben wir beim „Offenen Singen“ fleißig mitgesungen, um neue Lieder zu lernen. Ein neues Lied gibt es, das wird auf die bekannte Melodie gesungen: „So lieblich ist der Maien“. Das werden wir bestimmt mal im Frauenkreis singen, damit die Freude auch überspringt auf Andere: Schön war’s beim Kirchentag!

Renate Ziegler und
Dorothea Scheil

Die Tage in Hamburg waren wunderschön und sie vergingen viel zu schnell! Das umfangreiche Angebot – wie immer interessant, abwechslungsreich und anregend – machte die Auswahl schwierig. Die vielen jungen Menschen, ob als Teilnehmer oder Helfer belebten das Geschehen. Allein 2500 Pfadfinder waren zum Wohl der Kirchentagsbesucher im Einsatz.

Mich als ehemalige Lehrerin für Kunsterziehung zog es zu Kunstausstellung von Paul Klee (1879 – 1940) „Engel“ in der Hamburger Kunsthalle. Es wurden rund 80 Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen und Gemälde gezeigt. Unterschiedliche Engeldarstellungen vom Mittelalter bis heute ergänzen die Sammlung und zeigen die Stellung von Klees Engeln inmitten der anderen Himmelsboten. Seine Engel gehören zu den beliebtesten Motiven des Künstlers und kommen dem aktuellen Bedürfnis nach Spiritualität entgegen, aber auch der Skepsis gegenüber Glaubensfragen. Es sind keine perfekten Wesen, sondern sie können vergesslich, hässlich oder sorgenvoll sein. Eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis zum 7. Juli geöffnet ist.

Gemeinsam mit 7000 aufmerksamen Kirchentagsgästen erfuhr ich einiges zum schwierigen Thema „Die Schöpfung in der globalisierten Welt“. In einer Podiumsdiskussion machten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Leiterin der Entwicklungsprogramme der UNO Helen Clark für eine nachhaltige Politik stark. Ihre Botschaft: Wir müssen den einzigen Planeten, den wir haben, schützen. Entwicklung und Nachhaltigkeit müssen künftig enger verknüpft werden. Angesichts der Tatsache, dass weiterhin 1 Milliarde Menschen weniger als 1, 25 $ pro Tag zur Verfügung haben und in bitterer Armut leben, eine schwer zu bewältigende Aufgabe.

Das Interview mit Dr. Beatrice von Weizsäcker, Publizistin und Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages, zum Thema Glaube und Zweifel auf den Spuren von Dorothee Sölle war ein weiterer Höhepunkt. Sie nahm ihren Glauben unter die Lupe, bedachte anhand der Bibel, was Glaube ausmacht und ebenso, was der Glaube aus den Menschen macht, im Bewusstsein, dass ohne Zweifel der Glaube nicht bestehen kann. „Ist da jemand? Gott und meine Zweifel“ lautet der Titel ihres neusten Buches.

Hannelore Wirth

Ein Hamburger Kirchentag bei strahlendem Maiwetter – toll! Viele Angebote, da fiel die Wahl schwer. Hier nur die Eindrücke von meinen Highlights.

Eine Stunde anstehen, um mit weiteren 7000 Menschen die Bibelarbeit mit Dr. Margot Käßmann zu Lukas 18, 1-8 zu erleben. Wie immer hat es sich gelohnt, ihrer klaren, präzisen Sprache zuzuhören. Dazu Gedichte von Dorothee Sölle, denn auch ihr ging es zentral um das Thema Gerechtigkeit. Genau wie die Witwe im Bibeltext gilt es nicht nachzulassen im Beten, im Schreien zu Gott, auch in Ängsten, Verzweiflung und im Angesicht des Todes.

Die anschließende Diskussion mit Bundespräsident Joachim Gauck, dem Schauspielstudenten Samuel Koch, dem Paraolympics-Sieger und Pfarrer Rainer Schmidt und der Geschäftsführerin Inklusionsdienstleister Monika Labruier war eine Plädoyer für eine inklusive Gesellschaft, wo jeder Mensch akzeptiert wird, genau so, wie er oder sie ist. Unterschiede sind normal. Inklusion ist gelungen, wenn aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird. Dazu gehört, dass gefragt wird, was der Einzelne, die Einzelne braucht, damit sie die volle Teilhabe am Leben haben kann.

Unter dem Titel „Gotteshunger“ stand ein liturgischer Tag, der an die streitbare Theologin Dorothee Sölle erinnerte, die vor 10 Jahren gestorben ist. Er begann mit einer Bibelarbeit zum Erlassjahr (5. Mose 15, 1 – 11) von Anne Schneider und Dr. Nikolaus Schneider, dem Ratsvorsitzenden der Ev. Kirche in Deutschland. Die folgende „Reise durch ein protestantisches Leben“ wurde von Zeitzeugen begleitet, denen es gelang, ein lebendiges Bild der großen Theologin zu zeichnen, deren Texte heute genau so aktuell sind wie vor 10 Jahren. Sie hat sich immer eingemischt, wenn es um Gerechtigkeit für Arme und Unterdrückte ging, was ihr nicht nur Zustimmung eingebracht hat sondern auch erhebliche Ablehnung. Persönlich erinnere ich mich an einige Kirchentage, wo ich sie erleben durfte und wo sie mich tief beeindruckt hat.

Ich denke wie Renate Ziegler, man kann vom Kirchentag erzählen, aber das ist Nichts im Vergleich dazu, ihn zu erleben. Vielleicht machen sich in 2 Jahren mehr Menschen auf zu dem nächsten Kirchentag in Stuttgart – es lohnt sich!
Renate Ehmer
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief_comic+caricaturen, ekkw.de/blickkontakt, Fotostudio Daniel, Privatfotos, KV-Wahl2013/ekkw
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