Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
5. von 9 Themen im Gemeindebrief - März, April, Mai, Juni 2012
Futtern wie bei Luthern
Unter diesem Motto stand ein besonderes Essen unserer Gemeinde am Reformationstag. Im Anschluss an den Gottesdienst hatten sich etwas mehr als 50 Personen im Gemeindehaus eingefunden, um so zu speisen wie es betuchte Menschen zur Zeit des Reformators zu tun pflegten.

Als die Gäste im zum Speisesaal umfunktionierten Gemeindehaus eintreffen, steigt ihnen schon der würzige Duft des Festmahls in die Nase. Doch auch die anderen Sinne werden angesprochen: Das Auge schweift über eine festlich gedeckte Tafel, die mit rustikalen Suppentassen, Tellern aus Ton und Zinnbechern gedeckt ist. Während die Gäste ihre Plätze einnehmen, erklingt in ihren Ohren mittelalterliche Musik. Die kommt aber nicht vom Band, sondern wird von unserem Kirchenvorsteher Hartmut Krause und seinen beiden Töchtern live gespielt. Doch nicht nur die Musik, sondern auch die Kleidung ist stilecht. Herr Krause ist in ein zeitgenössisches Wams gehüllt und die Initiatorin der Veranstaltung, Frau Dr. Friederike Lang, trägt ein Gewand, das von Katharina von Bora stammen könnte.

Das perfekt inszenierte Ambiente steigert noch die Erwartung auf das Essen, das vom Gasthaus Schützenhof nach einem Originalrezept Dazu wird Roggenbrot gereicht. Denn Kartoffeln waren zu jener Zeit in Europa noch ebenso unbekannt wie süße Limonade oder Orangensaft. Neben stillem Wasser stehen aber auch Bier und Wein auf den Tischen. Denn diese Getränke wurden auch in der Reformationszeit schon genossen – auch von Martin Luther, der überhaupt leiblichen Genüssen, wie Frau Dr. Lang erklärt, nicht abgeneigt war.

Interessante Einblicke in die damaligen Tischsitten gibt auch Herr Krause. Seine Informationen verdankt er allerdings einem Medium, das zu Luthers Zeiten noch nicht sehr weit verbreitet war: dem Internet. Auch Papierservietten wird man auf der Tafel des Reformators wohl vergeblich gesucht haben. Dafür sind die Worte, die auf den Servietten zu lesen sind (siehe Foto), als echtes Lutherzitat verbürgt.

Als die Gäste den „Speisesaal“ in guter Stimmung verlassen, haben sie eine Veranstaltung erlebt, die ein Schmaus für alle Sinne war und ihnen bestimmt noch lange in guter Erinnerung bleiben wird. Unser Dank dafür gilt der stellvertretenden Vorsitzenden unseres Kirchenvorstands, Frau Dr. Lang, die nicht nur die Idee für dieses Festmahl hatte, sondern auch mit viel Engagement für ihre Umsetzung gesorgt hat. Dank sei auch Herrn Krause und seinen beiden Begleitmusikerinnen gesagt, deren musikalische Darbietungen dem Festmahl den angemessenen Rahmen gegeben haben.



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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, Magazin Blickkontakt (EKKW), Pfr. Stefan Bürger, Privatfotos, Pfr. K. Wallrabenstein
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