Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Dezember 2017"
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk 1,78-79
Gottesdienste
::: Mittwoch, den 20. Dezember 2017
19.00 Uhr Adventsandachten
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
15.30 Uhr Familiengottesdienst
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
17.30 Uhr Christvesper für Erwachsene
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
22.00 Uhr Christmette mit Abendmahl
::: 1. Weihnachtstag, 25. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl
::: 2. Weihnachtstag, 26. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst
::: Silvester, 31. Dezember 2017
18.00 Uhr Jahresschlussgottesdienst
::: Neujahr, 1. Januar 2018
18.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Beginn des neuen Jahres in der Klosterkirche
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
2. von 9 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2011 Januar, Februar 2012
Liebe Leserinnen und Leser,
09/11. Diese Ziffern stehen für ein Ereignis, das in die Geschichte eingegangen ist. Denn am 11. September 2011 verübten islamistische Terroristen einen Anschlag auf das World Trade Center in New York.

Der Anschlag auf das World- Trade-Center: Ein Terrorakt mit weltweitem Aufsehen

Ein Jahr später fand auf dem „Ground Zero“, dem Platz, auf dem einst die Türme des Welthandelszentrums gestanden hatten, eine bewegende Trauerfeier statt. Die Bilder dieser Feier gingen damals um die Welt. Unter den Teilnehmern der Trauerfeier waren natürlich auch viele Angehörige der Opfer. Manche von ihnen hielten Blumen in den Händen, andere Bilder des getöteten Ehemanns oder Vaters. Und dann wurden die Namen aller Opfer einzeln verlesen. 2801 Namen. Von A wie Gordon M. Aamoth bis Z wie Igor Zukelman. Ein ganzes Volk hielt an diesem Tag inne und trauerte. Auch am 10. Jahrestag dieses Ereignisses wurde des Anschlags und der Opfer, die er gefordert hatte, nicht nur in Amerika, sondern überall in der westlichen Welt gedacht. In Fernsehsendungen auf fast allen Kanälen waren noch einmal die schrecklichen Bilder der Flugzeuge zu sehen, die die Türme des World- Trade-Centers zum Einsturz brachten.

Die Vertreibung der Wolgadeutschen: Ein Terrorakt ohne öffentliche Beachtung

Ein anderes Ereignis, das sich genau zwei Wochen zuvor, also am 28. August, zum 70. Male jährte, fand dagegen in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Fernsehsendungen hat es dazu, soweit ich es überblicke, ebenso wenig gegeben wie beim 50. oder 60. Jahrestag dieses Ereignisses. Ich meine den Stalin-Erlass zur Vertreibung der Wolgadeutschen vom 28. August 1941. In diesem Erlass verfügte der Oberste Sowjet die sofortige Absiedlung aller Menschen deutscher Abstammung aus der Wolgarepublik. Der Erlass war eine Reaktion der sowjetischen Regierung auf den Einmarsch der deutschen Truppen auf das Gebiet der Sowjetunion wenige Wochen zuvor. Begründet wurde die Absiedlung der deutschstämmigen Bevölkerung mit dem Argument, dass sich unter den Menschen deutscher Herkunft Abertausende Spione befänden. Diese warteten angeblich nur auf Weisungen aus Deutschland, um in Russland Sabotageakte durchzuführen. Falls es dazu käme – so hieß es in dem Erlass – müsste die sowjetische Regierung Strafmaßnahmen gegenüber der gesamten Wolgabevölkerung ergreifen. Nur um dies zu verhindern, habe das Präsidium des Obersten Sowjet die „Übersiedlung“ der gesamten in der Wolgarepublik lebenden deutschen Bevölkerung in andere Wohngebiete beschlossen.

Der Stalin-Erlass und seine Folgen

Die „Argumente“ für diesen Erlass entbehrten jeder Grundlage. Sie waren nichts anderes als ein Vorwand, um sich für den Einmarsch der deutschen Truppen an der in Russland lebenden deutschstämmigen Bevölkerung zu rächen. Die sogenannte „Übersiedlung“ in Gebiete in Sibirien und Kasachstan war mit unsäglichen Strapazen verbunden. Den langen Weg nach Sibirien oder Kasachstan mussten überwiegend Frauen und Kinder zurücklegen. Denn die meisten Männer wurden von ihren Familien getrennt und zum Arbeitsdienst in der „Trud- Armee“ herangezogen. Viele von ihnen haben die Zwangsarbeit in den Lagern nicht überlebt. Sie haben sich – im wahrsten Sinne des Wortes – zu Tode geschuftet.

Auch diese Menschen sind Opfer von grausamen, staatlich organisierten Terrorakten geworden. Große öffentliche Gedenkveranstaltungen hat es für sie bis heute nicht gegeben. Dabei übersteigt die Zahl der deutschstämmigen Menschen, die Opfer des stalinistischen Terrors wurden, die Zahl der Opfer des Anschlags auf das World-Trade-Center um ein Vielfaches. Ihre Namen existieren allerdings nur noch im Gedächtnis ihrer Angehörigen: Im Gedächtnis der Frauen, die ihren Mann verloren, und der heute längst erwachsenen Kinder, die ohne Vater aufwuchsen.

Einladung zu einem Gedenkgottesdienst am Volkstrauertag

Öffentlich verlesen können wir die Namen all der Opfer, deren Zahl in die Hunderttausende gehen dürfte, heute nicht mehr. Aber wir können uns das Schicksal der Wolgadeutschen und aller anderen Menschen deutscher Abstammung, die unter der stalinistischen Gewaltherrschaft zu leiden hatten, in Erinnerung rufen. Der Volkstrauertag bietet dazu eine gute Gelegenheit. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes zum Volkstrauertag soll deshalb in diesem Jahr das Schicksal der Russlanddeutschen stehen, das mit dem Stalin-Erlass vom 28. August 1941 untrennbar verbunden ist. Der Gottesdienst soll unseren vielen russlanddeutschen Gemeindemitgliedern die Möglichkeit des trauernden Gedenkens geben und den Einheimischen das leidvolle Schicksal der Russlanddeutschen, das vielen noch immer unbekannt ist, ins Bewusstsein rufen.

Ich lade alle Mitglieder unserer Gemeinde – Russlanddeutsche und Einheimische – herzlich ein, an diesem Gedenkgottesdienst am 13. November teilzunehmen. Denn je mehr wir Anteil nehmen am Schicksal der Menschen, mit denen wir zusammen leben, desto besser wird es uns gelingen unser Zusammenleben zu gestalten.
In dieser Hoffnung grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer
Jürgen Gossler
Vorherige    1   2   3   4   5   6   7   8   9      Nächste
Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, Privatfotos
Home  |  Aktivitäten  |  Gemeindebrief  |  Geschichte unserer Gemeinde  |  Sitemap  |  Impressum
Copyright © 2005-2017 - Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld