Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Dezember 2017"
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk 1,78-79
Gottesdienste
::: Mittwoch, den 20. Dezember 2017
19.00 Uhr Adventsandachten
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
15.30 Uhr Familiengottesdienst
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
17.30 Uhr Christvesper für Erwachsene
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
22.00 Uhr Christmette mit Abendmahl
::: 1. Weihnachtstag, 25. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl
::: 2. Weihnachtstag, 26. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst
::: Silvester, 31. Dezember 2017
18.00 Uhr Jahresschlussgottesdienst
::: Neujahr, 1. Januar 2018
18.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Beginn des neuen Jahres in der Klosterkirche
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 9 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2011 Januar, Februar 2012
Liebe Gemeinde!
Im Lobgesang der Maria findet sich folgender Satz: „Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.“ (Lukas 1,51) Maria singt ihr Lied als sie zu Elisabeth geht, der Mutter des Johannes des Täufers. Mit dem Lied preist sie Gott, der ihre Niedrigkeit gesehen hat und sie zur Mutter des Heilands auserwählt hat. Der Komponist Johann Sebastian Bach hat den Lobgesang der Maria, das Magnifikat vertont.

In seinem Weihnachtsoratorium erklingt der Satz: „Er ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm.“ Damit beschreibt Bach das Weihnachtsgeschehen: der reiche Gott macht sich arm, kommt auf die Erde, damit wir errettet und erlöst werden. Bach bezieht sich dabei wohl auf den Apostel Paulus, der im 2. Korintherbrief schreibt: „Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus; obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“ Mir geht es um den Gleichklang der beiden Worte „Arm“ und „arm“, die sich beide bei Bach vertont finden und Wesentliches der Weihnachtsbotschaft ausdrücken. Auf der einen Seite der Arm, der für Stärke und Macht steht, auf der anderen Seite das Sich-arm-machen, damit andere reich werden. Was ist das anderes als die Fürsorglichkeit und Mütterlichkeit Gottes?

Weihnachten ist beides: Der große Herr und starke König, aber auch das arme Kind in der Krippe. „Zu einem Kind im Stall geboren wird gebetet. Näher, niedriger, heimlicher kann kein Blick in die Höhe umgebrochen werden“, kommentiert der atheistische Philosoph Ernst Bloch das Weihnachtsgeschehen und stellt es unter die Überschrift „Am Anfang der Stall, am Ende der Galgen“.

Weinachten ist ein ambivalentes Fest. Da ist der große und mächtige Gott, der sich im Kinde klein macht. Da ist die heimelige Krippenszene mit dem Kind, das später am Kreuz stirbt. Da ist die Gewalt und Macht der Liebe spürbar, die sich den Außenseitern und Ausgestoßenen der Gesellschaft zuwendet. Nicht umsonst sind es die Hirten, die die gute Botschaft gesagt bekommen. Da sind aber auch die Mächtigen aus dem Morgenland, die dem Kind in der Krippe huldigen und mit dieser Geste bezeugen, dass diese Kind Macht über ihre Macht hat. Macht ist immer ambivalent. Macht kann benutzt werden, um sich auf Kosten anderer zu bereichern und seinen Egoismus durchzusetzen. Macht kann aber auch benutzt werden, um dem Schwachen und Gebrochenen zu einem guten Leben zu helfen.

Mit der Weihnachtsgeschichte wird die Machtfrage gestellt. Und ihre Ambivalenz wird in dem Kind in der Krippe deutlich. Auf der einen Seite das, wie ich es empfinde, süßliche Weihnachtsfest, in der eine heile Welt zu Heiligabend geschaffen werden soll und in der Jesus zur romantischen Puppe verkommt. Dieser Jesus darf niemals die Krippe verlassen. Er ist und bleibt in der Krippe eingesperrt, weil er ansonsten unser Tun und Lassen in Frage stellen würde. Auf der anderen Seite diese unendliche Liebe Gottes, der sich in diesem Kind in die Hände von uns Menschen ausliefert und jedes Jahr uns zu Weihnachten neu fragt: Wie hältst Du es mit dem Kind in der Krippe? Ist er dein Retter und Heiland? Bestimmt er über dein Leben?

Gott entlässt uns nicht aus der Machtfrage, weil wir uns zu ihm verhalten müssen. Wir beantworten mit unserem Leben, wie wir zu ihm stehen. In Jesus Christus hat Gott die Machtfrage für sich für alle Zeiten beantwortet: Er macht sich arm und liefert sich uns Menschen aus. Er setzt auf die Macht der Liebe und vertraut dieser Liebe. Er gab seinen Sohn, nicht erst am Kreuz, sondern eben schon im Kind in der Krippe. Er gab in ihm alles, was er hatte. Nun ist es an uns, mit dieser Gabe umzugehen, mit der Macht der Liebe.

Ich wünsche Ihnen allen eine nachdenkliche Adventzeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie ein gutes neues Jahr.
Ihr Pfarrer Stefan Remmert
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, Privatfotos
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