Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 10 Themen im Gemeindebrief - März, April, Mai, Juni 2011
Liebe Leserinnen und Leser,
Jesus hat zu den Menschen oft in Bildern gesprochen. Da er und seine Zeitgenossen in einer Agrargesellschaft lebten, waren viele seiner Bilder dem Ackerbau entnommen. Mit einem solchen Bild deutet Jesus auch sein Leiden und Sterben. Er sagt:

?Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.? (Joh 12, 24)

Jesus sieht sein Leiden und Sterben also nicht als ein sinnloses Ende, sondern als ein notwendiges Durchgangsstadium auf dem Weg zu einem neuen, Frucht bringenden Leben. Aber trifft das, was Jesus sagt, auf alles Leiden zu? Lässt sich mithilfe des Bildes vom sterbenden und Frucht bringenden Weizenkorn jedem Leiden ein Sinn abgewinnen?

Wohl kaum. Denn Jesus sagt mit diesem Bild nichts über den Sinn des Leidens überhaupt. Er sagt zunächst nur, welchen Sinn er in seinem Leiden sieht. Die Antwort, die Jesus auf die Frage nach dem Sinn seines Leidens gefunden hat, hat ihm geholfen, es zu bewältigen. Es gibt aber auch unzählige Menschen, die ein so schweres Schicksal zu tragen haben, dass sie daran zerbrechen. Alle vorschnellen Versuche, dem Leiden dieser Menschen einen Sinn beizulegen, werden der Situation der Betroffenen nicht gerecht.

Doch manchmal geschieht es, dass wir den Sinn eines Leidens, das uns widerfahren ist, erst im Nachhinein erkennen ? vielleicht erst Jahre später. Denn im Rückblick zeigt sich manchmal, dass eine leidvolle Erfahrung uns auf einen Weg gebracht hat, der sich für uns als sinnvoll und heilvoll erwiesen hat ? und uns vielleicht sogar Gott näher gebracht hat. Denn Gott begleitet uns nicht nur an Tagen voller Glück und Sonnenschein, sondern er trägt uns auch durch schwere Stunden und schmerzliche Erfahrungen. Und die Passionszeit erinnert uns daran, dass solche Erfahrungen auch Jesus nicht erspart geblieben sind.

Aber gerade die Passion Jesu zeigt uns: Gott geht jeden Weg mit uns. Auch den Weg in den Tod und durch den Tod hindurch. Denn der Weg Jesu endet ? Gott sei Dank ? nicht am Karfreitag, sondern am Ostermorgen. Und der Ostermorgen markiert ja kein Ende, sondern den Anfang eines neuen Lebens. Und vielleicht erkennen wir im Licht des Ostermorgens, dass auch manche leidvollen Erfahrungen, die wir machen mussten, einen Sinn hatten ? und gewinnen die Hoffnung, dass auch die schmerzlichen Wege unseres Lebens sich am Ende als Frucht bringend erweisen werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche Passionszeit und ein frohes Osterfest.
Ihr Pfarrer Jürgen Gossler
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, Pfr. Stefan Bürger, Privatfotos
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