Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 10 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2010 Januar, Februar 2011
Liebe Leserinnen und Leser,
„Wir sagen euch an den lieben Advent; sehet die erste Kerze brennt.“ Lange wird es nicht mehr dauern, bis wir dieses schöne Lied wieder in unseren Gottesdiensten singen können. Doch am ersten Adventssonntag können wir nur die erste Strophe dieses Liedes singen und erst am letzten Adventssonntag alle vier Strophen. Denn jedes Kind weiß, dass am ersten Adventssonntag nur eine Kerze des Adventskranzes angezündet wird; am zweiten Sonntag brennen dann zwei Kerzen und erst am vierten Sonntag alle vier Kerzen.

Zu meiner Überraschung habe ich aber vor einiger Zeit gelesen, dass es mancherorts genau umgekehrt gemacht wird: Am ersten Adventssonntag werden vier Kerzen angezündet, am zweiten drei, am vierten schließlich nur noch eine. Man inszeniert also mit Hilfe der Kerzen eine Art „Countdown“ der Sonntage vor Weihnachten: vier – drei – zwei – eins – Weihnachten.

Die beiden unterschiedlichen Bräuche werfen natürlich die Frage auf: Wer macht es richtig? Oder zumindest: Welcher Brauch ist sinnvoller? Ein Mann, der sich an die Adventszeit in seiner Kindheit erinnert, meint dazu:

„Ich glaube, meine Eltern, die zuerst alle vier Kerzen anzündeten und dann immer weniger, hatten den urtümlicheren Brauch. Je mehr es auf Weihnachten zuging, desto geringer wurde draußen in der Natur das Licht und desto länger wurden die dunklen Nächte. Der grüne Kranz mit seinen vier Kerzen war ein Symbol der Welt. Die schwindende Zahl der Lichter auf dem Kranz zeigte an, dass die Welt immer dunkler wurde. Kurz vor Weihnachten waren dann die dunkelsten Tage erreicht. Von da an wurden die Tage wieder länger. So spiegelte sich in unserem winterlichen Lichterbrauchtum der Rhythmus der Natur. Wenn unsere Nachbarn es mit ihren Kerzen auf dem Kranz nun anders hielten, dann zeigte dies so etwas wie eine Stellungnahme zum Kreislauf der Natur. Mochte die Natur draußen auch immer dunkler werden – drinnen, wo Advent gefeiert wurde, nahm das Licht von Woche zu Woche zu, bis es schließlich anschwoll in die Lichterflut des Christbaums. Das war eine Symbolik gegen die Erfahrungswelt. Es war eine Symbolik der Hoffnung. Sie stand im Zusammenhang der christlichen Feier von Erwartung und Geburt des Herrn.“

Norbert Lohfink – so heißt der Mann, von dem diese Kindheitserinnerungen stammen – fragt sich schließlich, wie es wäre, wenn er heute durch die Wochen des Advents hindurch einen Adventskranz zu betreuen hätte. Und er kommt zu dem Ergebnis: „Ich würde mich wohl dafür entscheiden, das Licht zunehmen zu lassen.“ Und was ist der Grund für seine Entscheidung? Norbert Lohfink antwortet: „Wer an Jesus glaubt, kann eigentlich nicht anders. Jesus – das heißt, dass von Gott her ein solches Maß an Licht und Güte in diese hin und her schwankende Welt gekommen ist, dass nichts mehr sie vertreiben kann.“

Ich kann der Auffassung von Norbert Lohfink nur zustimmen: Wer an Jesus Christus glaubt, hat guten Grund, von Woche zu Woche eine Kerze mehr anzuzünden. Denn in der Adventszeit geht es ja nicht um ein bloßes Nachempfinden dessen, was in der Natur geschieht. In der Adventszeit geht es vielmehr um die Vorbereitung auf das Kommen Jesu in unsere Welt. Und der sagt von sich selbst:„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12)

Ich hoffe, dass Sie das in den kommenden Wochen auch wieder spüren werden: dass Jesus Christus das Licht der Welt ist, das Ihr Leben auch in dunklen Stunden erhellt und Ihre Herzen erleuchtet. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine besinnliche und frohe Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.
Ihr Pfarrer Jürgen Gossler
1   2   3   4   5   6   7   8   9   10      Nächste
Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, www.blickkontakt.de, Pfr. Bürger, Elli Schulz
Home  |  Aktivitäten  |  Gemeindebrief  |  Geschichte unserer Gemeinde  |  Sitemap  |  Impressum
Copyright © 2005-2017 - Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld