Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
2. von 11 Themen im Gemeindebrief - Juli, August, September, Oktober 2010
Der 2. Ökumenische Kirchentag in München vom 12. – 16. Mai 2010
Zusammen mit rund 140.000 Menschen besuche ich mit zwei katholischen Freundinnen (Erstbesucherinnen eines Kirchentages!) den 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Aus Hünfeld sind noch einige Mitglieder des Ökumenischen Singkreises und Frau Pfarrerin i.R. Ziegler und Frau Scheil vor Ort. Abgesehen von den Mitgliedern des Ökumenischen Singkreises, die wir leider kein einziges Mal sehen, sind wir zu bestimmten Veranstaltungen in wechselnder Besetzung gemeinsam unterwegs. Wir erleben verunsicherte, erboste, erzkonservative, liberale, suchende und engagierte Christinnen und Christen, die fast alle das finden, was sie zu finden hoffen, wenn auch bei der Fülle der Programmpunkte die Übersicht nicht immer ganz leicht ist.

Unübersehbar und auch unüberhörbar ist und bleibt der Ruf nach einem gemeinsamen Mahl, sichtbar an orangefarbenen Stoffbändern zum Anstecken mit der Aufschrift „Gemeinsame Mahlfeier“, die von vielen getragen wurden, beeindruckend demonstriert von einer Menschenkette durch die Münchner Innenstadt. Hier ist die Kluft zwischen „denen da oben“ und dem „Kirchenvolk“ sichtbar größer geworden. Ein Song der Kirchenkabaretts „Das weißblaue Beffchen“ (evangelisch) und der „Cherubim“ (katholisch) bei ihrem mitreißenden gemeinsamen Auftritt im Theater im Augustinum machen das deutlich: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht hier, sag mir wo und wann? Wenn nicht wir, wer sonst? Es wird Zeit. Komm, wir nehmen das Glück in die Hand“. Dieser Song passt nicht nur zu einer Handball– oder Fußballweltmeisterschaft sondern ganz besonders auch zu diesem Thema!

Beeindruckende Großveranstaltungen, aber auch kleine Angebote, die unterschiedliche Themen in Workshops in den Blick nehmen, zeigen das Spektrum, in dem Christenleben sich abspielt. Gemeinsam besuchen wir die Bibelarbeit mit Frau Dr. Margot Käßmann und ihren Vortrag: „Hoffnungszeichen Kirche“. Mit großem Jubel empfangen, beeindruckt sie wie immer durch ihre Klarheit. Ein kleiner Auszug aus ihrem Referat soll das zeigen: „Schein-heilig ist es, wenn Menschen meinen, fehlerfrei, absolut untadelig, bar jeden Makels zu sein. So ist kein Mensch und das widerspricht auch dem biblischen Menschenbild. Es ist Teil der Menschlichkeit, zu scheitern, Fehler zu begehen. Die Heiligen sind nach biblischem Verständnis diejenigen, die ihr Leben ganz und gar Gott anvertrauen. Die eben gerade wissen, dass sie nicht unfehlbar sind…. Die Lehre von der Kirche, die davon ausgeht, dass „die Kirche“ besser sei als „die Welt“, unterliegt einem fundamentalen Irrtum. Es geht darum, wie mit menschlichen Verfehlungen und mit Schuld umgegangen wird. Und da, so bin ich zutiefst überzeugt, kann die Kirche ein Zeichen der Hoffnung für die Welt sein. Weil sie etwas weiß von Vergebung, Versöhnung, Lebenszusagen, Neuanfang. In unseren Kirchen muss sich niemand das Leben nehmen, weil er versagt hat. Denn Gott entzieht den sündigen Menschen die Lebenszusage nicht. Wie sollte es da die Kirche tun?
Zudem geht es darum, ob unsere Kirchen den Mut haben, die Stimme auch da zu erheben, wo es unbequem ist, nonkonformistisch, anstößig. Wann immer die Kirche sich allzu leicht arrangiert hat mit dem Vorfindlichen, mit der Macht, mit Gewalt, ist sie abgerückt von ihrer Berufung, eine Kontrastgesellschaft zu zeichnen.“

Auch ein ökumenisches Zeichen war der gemeinsame Stand des Bistums Fulda mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der schon durch seine beleuchtete „Himmelsleiter“ von Weitem auffiel. Herr Bernd Ebert aus Hünfeld hat mit anderen aus dem Bistum und der Landeskirche diesen Stand betreut, der gut besucht war. Am runden Tisch konnte man sich austauschen, Wasser und Brot als Erfrischung genießen.

Leider hat das Wetter in München nicht so recht mitgespielt. Beim Eröffnungsgottesdienst auf der Theresienwiese und dem anschließenden Abend der Begegnung in der Münchner Innenstadt war es noch auszuhalten, beim Abschlussgottesdienst dagegen war es kalt und regnerisch. Trotzdem waren beide Großereignisse gut besucht und auch eines Besuches wert.

Als Fazit lässt sich sagen, dass leider die Kirchenleitungen noch nicht so weit sind wie die Menschen an der Basis, die Ökumene wirklich leben. Aber ein solches Forum, wo engagierte Christen sich austauschen, ist immer auch Ermutigung und Wegweisung für einen partnerschaftlichen Umgang mit- und untereinander und daher unverzichtbar.

Übrigens sind die beiden Kirchentagsneulinge, die mit mir unterwegs waren, der Meinung, dass das nicht ihr letzter Kirchentag bzw. Katholikentag gewesen ist. Vielleicht ist das für Sie Anregung, im nächsten Jahr mit nach Dresden zu fahren, wo der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Juni 2011 unter dem Motto „… da wird auch dein Herz sein“, Mat. 6,21, stattfindet. Sie werden es nicht bereuen!



Renate Ehmer
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, www.blickkontakt.de, Pfr. Stefan Bürger, Privatfotos von Andrea Durstewitz und Renate Ehmer, Fotostudio Daniel
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