Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Dezember 2017"
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk 1,78-79
Gottesdienste
::: 3. Sonntag im Advent, 17. Dez. 2017
18.00 Uhr Gottesdienst mit Empfang des Friedenslichts
::: Mittwoch, den 20. Dezember 2017
19.00 Uhr Adventsandachten
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
15.30 Uhr Familiengottesdienst
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
17.30 Uhr Christvesper für Erwachsene
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
22.00 Uhr Christmette mit Abendmahl
::: 1. Weihnachtstag, 25. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl
::: 2. Weihnachtstag, 26. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst
::: Silvester, 31. Dezember 2017
18.00 Uhr Jahresschlussgottesdienst
::: Neujahr, 1. Januar 2018
18.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Beginn des neuen Jahres in der Klosterkirche
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 9 Themen im Gemeindebrief - März, April, Mai, Juni 2010
Liebe Leserinnen und Leser,
„wenn das Hosianna des Palmsonntags verklungen ist …, wird es noch stiller als zuvor in der Christenheit“ und es geht „ein Zug tiefen Ernstes durch das ganze Volksleben, dem sich auch die Leichtfertigen nicht ganz entziehen können.“

 Die stille Woche 

Mit diesen Worten beschreibt der evangelische Theologe Friedrich von Bodelschwingh im 19. Jahrhundert die sogenannte „stille Woche“. Gemeint ist damit die Woche zwischen Palmsonntag und Ostersonntag.

Und heute? Vielleicht ist es in der Christenheit in der Woche nach dem Palmsonntag immer noch etwas stiller als sonst. Doch von einem „Zug tiefen Ernstes“, der „durch das ganze Volksleben“ geht, kann im Hinblick auf diese Woche wohl kaum noch die Rede sein. Durch das Leben unserer Spaßgesellschaft zieht sich vielmehr auch in der „stillen Woche“ mehr oder minder dasselbe laute und oberflächliche Vergnügen wie in jeder anderen Woche des Jahres. Und dem können sich auch die Ernsthaften nicht ganz entziehen.

 Das Jahr der Stille 2010 

Es gibt aber auch eine gegenläufige Entwicklung. Immer mehr Menschen suchen bewusst Orte der Stille. Die Gästehäuser katholischer Klöster haben ebenso Zulauf wie das evangelische „Haus der Stille“ in Weitenhagen bei Greifswald. Und die Menschen, die solche Häuser aufsuchen, werden immer jünger.

Diese Beobachtung hat zu einer ungewöhnlichen Initiative geführt. Verschiedene evangelische Kirchen und Organisationen haben das Jahr 2010 zum „Jahr der Stille“ erklärt. Die Initiative will Menschen dazu anzuregen, Zeiten der Stille bewusst in ihr Leben zu integrieren.

 Die Stille und die Begegnung mit Gott 

Doch bei der Suche nach Stille geht es nicht nur um einen Rückzug aus der lauten Alltagswelt. Die Stille gilt vielmehr seit jeher als eine Voraussetzung für die Begegnung mit Gott. Mutter Theresa schrieb einmal an ihre Schwestern: „Gott kann nicht im Lärm und in der Ruhelosigkeit gefunden werden. Gott ist ein Freund der Stille. Seht, wie die Natur – Bäume, Blumen, Gras – in der Stille wächst; seht die Sterne, den Mond und die Sonne, wie sie in der Stille sich bewegen.“

Stille kann man sicher sowohl in der Natur als auch in den eigenen vier Wänden finden. Doch viele Menschen tun sich damit schwer. Viele müssen im wahrsten Sinne des Wortes „zur Ruhe kommen“. Sie brauchen einen Ort, zu dem sie kommen können, damit sie das Alltagsgeschehen hinter sich lassen können. Und sie brauchen die Gemeinschaft mit Menschen, die das gleiche Bedürfnis haben.

 „In der Stille angekommen“ 

Ein solcher Ort der Stille, der Raum schafft für die Begegnung mit Gott, ist die Kirche. In den Adventsandachten, die wir im vergangenen Jahr in unserer Kirche gefeiert haben, gab es ein Lied, das alle Andachten durchzogen hat. Es hieß: „In der Stille angekommen“. Dieses Lied und die eindrucksvollen Andachten, in die es eingebettet war, haben mir gut getan. Sie haben, und ich denke nicht nur mir geholfen, zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. Allen Frauen, die diese Andachten unter der Regie unserer Kirchenvorsteherin Gabriele Weidig vorbereitet und mit gestaltet haben, sei dafür noch einmal herzlich gedankt.

Besonders aufschlussreich finde ich den Refrain des Liedes. Da heißt es:

„Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehen. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.“

Darum geht es: dass wir die Zeit nicht vollstopfen mit rastlosen Aktivitäten, sondern auch „Zeit mit Gott verbringen“. Und Zeit mit Gott verbringen, bedeutet nicht etwa, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Im Gegenteil: Wer Zeit mit Gott verbringt, wer sich öffnet für sein heilbringendes Wort, wird „die Welt mit offnen Augen sehn“. Und dann sieht die Welt anders aus. Wenn unsere Fragen Antworten finden, wenn wir Zusammenhänge zu verstehen beginnen, dann kann sogar manches, was uns bisher sinnlos erschien, einen vorher kaum für möglich gehaltenen Sinn gewinnen.

 Die Passionszeit und die stille Woche 

Doch Sinn erschließt sich eben meist erst dann, wenn wir zur „Besinn- ung“ kommen. Das gilt auch und besonders für den Leidensweg Jesu. Dem Sinn dieses Weges kommen wir nur auf die Spur, wenn wir zur Ruhe kommen und „Zeit mit Gott verbringen“. Ein Angebot dazu sind unsere Passionsandachten, die jeweils am Samstagabend um 18.00 Uhr stattfinden. In diesem Jahr bel euchten die Andachten verschiedene Stationen des Leidensweges Jesu aus der Passionsgeschichte des Matthäusevangeliums. Gestaltet werden die Andachten von den Lektorinnen unserer Gemeinde und den beiden Pfarrern.

Am Ende der Passionszeit steht dann die schon anfangs erwähnte „stille Woche“, die wir mit einem Gottesdienst am Gründonnerstag und zwei Gottesdiensten am Karfreitag begehen werden. Dass dann „ein Zug tiefen Ernstes durch das ganze Volksleben“ gehen wird, „dem sich auch die Leichtfertigen nicht ganz entziehen können“, ist kaum zu erwarten. Aber ich glaube, dass es gut und heilsam für uns ist, wenn wir uns dem tiefen Ernst, der mit dem Tod Jesu verbunden ist, nicht durch lärmende Geschäftigkeit entziehen. Denn wer sich diesem tiefen Ernst in der Stille gestellt hat, kann dann auch mit umso größerer Freude Ostern feiern, das Fest des Lebens.

Eine besinnliche und stille Passionszeit und ein frohes Osterfest wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Jürgen Gossler
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, www.blickkontakt.de, Pfr. Stefan Bürger, Privatfotos
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