Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Dezember 2017"
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lk 1,78-79
Gottesdienste
::: 3. Sonntag im Advent, 17. Dez. 2017
18.00 Uhr Gottesdienst mit Empfang des Friedenslichts
::: Mittwoch, den 20. Dezember 2017
19.00 Uhr Adventsandachten
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
15.30 Uhr Familiengottesdienst
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
17.30 Uhr Christvesper für Erwachsene
::: Heiligabend, 24. Dezember 2017
22.00 Uhr Christmette mit Abendmahl
::: 1. Weihnachtstag, 25. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl
::: 2. Weihnachtstag, 26. Dez. 2017
10.00 Uhr Gottesdienst
::: Silvester, 31. Dezember 2017
18.00 Uhr Jahresschlussgottesdienst
::: Neujahr, 1. Januar 2018
18.00 Uhr ökumenischer Gottesdienst zu Beginn des neuen Jahres in der Klosterkirche
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
4. von 10 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2009 Januar, Februar 2010
Leipzig – da liegt Musik in der Luft
Leipzig sei „die ganze Welt im Kleinen“ hat schon Gotthold Ephraim Lessing festgestellt. Dass da etwas Wahres dran ist, davon konnte sich der Ökumenische Singkreis Hünfeld auf seiner diesjährigen Chorfahrt überzeugen. Auf seiner 2-tägigen Fahrt machte sich der Chor mit interessierten Gästen auf, um Leipzigs musikalische Schätze zu entdecken.

Zum Auftakt unserer kulturellen, musikalischen und kulinarischen Entdeckungsreise hieß uns der berühmte historische Auerbachs Keller herzlich willkommen. Seit 1525 gibt es dieses Restaurant in der Mädler Passage im Herzen der Leipziger Innenstadt. Johann Wolfgang von Goethe gehörte während seiner Studentenzeit zu den regelmäßigen Besuchern dieses Lokals und verhalf diesem Ort mit seinem Lebenswerk „Faust“ zu ewigen Ruhm. Nachdem wir uns im „Großen Keller“ bei Wildschweinbraten mit Pilzen und Rotkraut, Klößen und Kroketten gestärkt hatten, bekamen wir noch einen süßen „Mephistotaler“ mit auf den Weg. Während einer kurzweiligen Führung „Auf den Spuren von Goethe und Faust“ durch die historischen Weinkeller mit ihren wirkungsvollen Malereien erfuhren wir deren Geschichte, gewürzt mit allerhand Anekdoten aus alter und neuerer Zeit.

Leipzig hat viele Gesichter: Ob Bach, Goethe oder die Helden des Herbstes ´89- in kaum einer anderen Stadt können Besucher auf den Spuren so vieler historischer Personen wandeln. Wir taten das im Rahmen einer Stadtführung zum Thema „Musikstadt Leipzig“ und waren überrascht, wie viele Facetten diese Stadt aufweist. Die lebendige Vergangenheit und die bewegte Gegenwart sind in Leipzig überall sichtbar. Beim Bummel durch die Innenstadt entdecken wir Altes und Neues - historische Handelshöfe neben modernen Einkaufspassagen.
Viele berühmte Musiker sind mit Leipzig in Verbindung zu bringen: Johann Sebastian Bach, der 1723 das Amt des Thomaskantors übernahm und den heute berühmten Thomanerchor leitete, oder Georg Philipp Telemann, der hier seine größten Kompositionserfolge feierte, oder Robert Schumann, der hier seine Liebe zu Clara Wieck entdeckte, oder Felix Mendelssohn Bartholdy, der als Gewandhauskapellmeister wirkte und ein Konservatorium zur Ausbildung seiner Musiker gründete, ob Richard Wagner, Albert Lortzing, Gustav Mahler, sie und noch viele andere berühmte Musiker sind untrennbar mit Leipzig verbunden. Sie ließen sich vom Charme Leipzigs inspirieren und vermachten der Stadt ihren musikalischen Herzschlag. Durch die lebendige, kompetente Erzählweise unserer Stadtführerin verbanden sich Gebäude, Plätze und berühmte Namen zu einem beeindruckenden Gesamtbild.

Nicht fehlen durfte zum 20. Jahrestag der Wende ein Besuch in der Nikolaikirche, wo sich Tausende von Menschen zu den montäglichen Friedensgebeten trafen. Der festliche helle Innenraum der Kirche mit Palmzweigen als Friedenssymbol an den Säulenkapitellen und die Taube im Altarraum erinnerten an die Fernsehbilder von der friedliche Revolution im Herbst 1989.

Unser Stadtrundgang endete an der Thomaskirche, in der sich die letzte Ruhestätte Johann Sebastian Bach befindet, und vor der Kirche, wo das bekannte Denkmal des berühmten Thomaskantors steht. Lichtdurchflutete Glasfenster, geschnitzte Kirchenstühle, ein prächtiger geschnitzter Altar, frische Blumen auf der Grabplatte von Johann Sebastian Bach, der Blick vom Altar zur mächtigen Orgel, hingeführt durch rot bemalte Deckenbögen, hinterließen einen überwältigenden Eindruck.

Die Motette am Samstagnachmittag im Rahmen der Mendelssohn-Festtage 2009 mit dem Thomanerchor war das dazu passende i-Tüpfelchen. Es wurden Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger, Volker Bräutigam und Johann Sebastian Bach in mehrstimmigen Chorsätzen vorgetragen, die Chorsätze von Bach an der kleineren, auf der Seitenempore stehenden Bachorgel begleitet. Auch durften wir die Uraufführung des mehrstimmigen Chorsatzes „In einem Glauben alle uns verbindet“ von Georg Christoph Biller, dem jetzigen Thomaskantor, miterleben. Lesung und Ansprache von Pfarrer Christian Wolff und Gebete vervollständigten die Andacht.

Bevor uns der Bus ins Hotel brachte, blieb noch genügend Zeit für einen Stadtbummel und eine kleine Stärkung in einem der sonnigen Straßenkaffees.

Im A&O Hotel neben dem Hauptbahnhof bezogen wir Quartier und gönnten uns eine kurze Ruhepause. Etwas Aufregung gab es wegen Unklarheiten im Zusammenhang mit den Konzertkarten für das Gewandhaus, aber alles löste sich am Ende zu aller Zufriedenheit.

Einige Fahrtteilnehmer wollten den Abend in Leipzig im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ nutzen, der größte Teil der Teilnehmer freute sich auf ein besonderes Erlebnis: einen Konzertbesuch im Großen Saal des Gewandhauses.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Felix Mendelssohn Bartholdy fand im Gewandhaus ein „Grosses Concert“ mit dem Gewandhausorchester, dem Gewandhaus-Chor und dem Vokalkonsortium Leipzig unter Leitung von Trevor Pinnok und den Solisten Marlis Petersen und Angela Bic, Sopran, und Werner Göra, Tenor, statt. Dieses Konzert war seines Namens würdig. Nach der Sinfonie Es-Dur KV 543 von Wolfgang Amadeus Mozart erklang die Sinfonie-Kantate „Lobgesang“ B-Dur op. 52 von Felix Mendelssohn Bartholdy, eines seiner meist gespielten Werke. Es war ein Ohren- und Augenschmaus was die einfühlsamen Musiker darboten. Selten erlebt man einen Dirigenten mit so viel offensichtlicher Freude und Engagement. Tief beeindruckt und angerührt kehrten wir ins Hotel zurück und konnten den Ausspruch von Clara Wieck- Schumann „Ach, wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik“ gut nachempfinden.

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbüfett begaben wir uns noch einmal zur Thomaskirche, um dort den Gottesdienst mitzufeiern. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden zwei kleine Mädchen getauft. Wir konnten noch einmal dem Thomanerchor lauschen und uns an der Predigt von Pfarrer Christian Wolff mit seiner gekonnten Textauslegung von Lukas 17,11-19 erfreuen. Dem Gottesdienst schloss sich die Abendmahlsfeier im Altarraum an.

In der Orangerie des Gohliser Schlösschen mit Blick in einen Garten mit Springbrunnen, umgeben von Rosenpflanzungen, erwartete uns das Mittagessen. Das Gohliser Schlösschen gilt als Kleinod der sächsischen Kulturgeschichte. Bis heute hat sich die originale Bausubstanz erhalten und vermittelt die heitere Stimmung des Rokoko. Beim „Musikalischen Rundgang“ durch das Haus erfuhren wir interessantes über die wechselhafte Geschichte des Schlösschens und seiner Bauherren, der fürstliche Glanz eines bürgerlichen Sommerpalais wurde für uns erfahrbar. Musikalisch wurde die Führung durch eine junge Japanerin begleitet, die in verschiedenen Räumen auf einem Zell- Cembalo, einer liebevoll restaurierten alten russischen Kabinettorgel und einem Blüthner-Flügel Werke alter Meister erklingen lies.

Dass Leipzigs Geschichte ebenso ereignisreich wie vielschichtig ist, konnten wir beim Besuch des Völkerschlachtdenkmals erleben. Das gigantische Monument, eingeweiht 1913, erhebt sich inmitten des Schlachtfeldes der Völkerschlacht von 1813, bei der die Verbündeten (Russen, Österreicher, Schweden und Preußen) dem Heer von Napoleon gegenüberstanden. Es ist ein Mahnmal in Erinnerung an die 116 000 gefallenen Soldaten.

Leider begann es zu regnen verbunden mit heftigen Windböen, so dass nur Wenige den Aufstieg zur Plattform wagten. Das Museum am Fuß des Denkmals bot Einblicke in das Soldatenleben und die tragische Kriegszeit mit Ausrüstungsgegenständen und persönlichen Erinnerungsstücken, Waffen und Uniformen.

Die Heimfahrt unterbrachen wir noch einmal in Eisenach, wo wir im Restaurant „Delphi“ die Fahrt fröhlich ausklingen ließen. Wir waren uns einig: Leipzig ist immer eine Reise wert - besonders in Verbindung mit der Musiktradition der Stadt.

Johann Wolfgang von Goethe schrieb in „Faust I“: „Mein Leipzig lob´ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“ Recht hat er.
Erika Hühn
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief, www.blickkontakt.de, Karl-Heinz Burkhardt, Pfr. S. Blum, Privatfotos
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