Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
1. von 13 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2007 Januar, Februar 2008
Wie soll ich dich empfangen? Gedanken zum Advent
Liebe Leserinnen und Leser, bald ist es so weit: Bald beginnt wieder die Adventszeit. „Advent“ bedeutet „Ankunft“. Gott sendet seinen Sohn in unsere Welt; und wir warten auf seine Ankunft. Aber was können wir in dieser Zeit tun? Wie können wir uns auf die Ankunft Jesu sinnvoll vorbereiten? Das hat sich offenbar auch schon Paul Gerhardt gefragt, als er vor über 350 Jahren eines seiner schönsten Lieder schrieb: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir?“ (EG 11)

Leuchtreklamen und Lautsprecher
Die Antwort auf die Frage, wie wir Jesus heute empfangen, lässt sich an unseren Straßen und Geschäften ablesen: Wir empfangen ihn mit einem bunten Lichtermeer. In der Adventszeit brennen in unseren Straßen noch mehr Lichter als sonst; und in den Kaufhäusern sollen grelle Leuchtreklamen die Menschen anreizen, noch mehr Geschenke zu kaufen als im letzten Jahr. Begleitet wird das grelle Lichtermeer von der entsprechenden Geräuschkulisse. Aus großen Lautsprechern dröhnen schon mitten in der Adventszeit Weihnachtslieder: „Stille Nacht“ in voller Lautstärke.

Aber ich fürchte: Die vielen bunten Lichter sind Blendwerk. Sie erleuchten nicht den Weg, auf dem der Sohn Gottes zu uns kommt, sondern machen uns blind für die Zeichen, in denen sich seine Ankunft ankündigt: blind für den wahren Advent. Und die Geräuschkulisse übertönt nur das, worum es wirklich geht. Im Lärm der Weihnachtsmärkte und der Lichterflut der Kaufhäuser werden wir Jesus kaum begegnen. Wie und wo aber dann?

Zur Ruhe kommen
Ich glaube, wenn wir Jesus wirklich begegnen wollen, brauchen wir Orte, wo wir zur Ruhe kommen können: Orte, an denen wir das Wort aufnehmen können, das uns Jesus nahe bringt. Still werden und empfangsbereit sein für das Wort, das uns sein Kommen ankündigt – ich glaube, das ist die beste Voraussetzung, um Jesus zu begegnen. Mehr können wir nicht tun. Und mehr brauchen wir auch nicht zu tun. Ja, wenn wir den Worten Paul Gerhardts glauben, dann müssen wir sogar sagen: Mehr dürfen wir gar nicht tun! In der siebten Strophe seines Adventsliedes schreibt er: „Ihr dürft euch nicht bemühen / noch sorgen Tag und Nacht, / wie ihr ihn wollet ziehen / mit eures Armes Macht. / Er kommt, er kommt mit Willen, / ist voller Lieb und Lust, / all Angst und Not zu stillen, / die ihm an euch bewusst." (EG 11,7)

Alle Versuche, Jesus „mit ... Macht zu ziehen“, ihn also mit aller Gewalt herbeizuzerren, sind sinnlos und überflüssig. Denn er kommt nicht, weil wir ihn drängen. „Er kommt mit Willen“, also nicht widerwillig, sondern freiwillig. Ja er ist sogar „voller Lieb und Lust“. Er kommt also nicht, weil er sich dazu verpflichtet fühlt, sondern liebend gern. Und wozu kommt er? Paul Gerhardt sagt: Er kommt, „all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.“

Das leise Wort und das Licht der Welt
Vielleicht sind die lauten Geräusche und die grellen Lichter, die den Advent heutzutage prägen, ja nur Mittel, mit denen wir unsere Angst vor der Dunkelheit vertreiben: die Angst vor der Dunkelheit draußen und vor der Dunkelheit in uns selbst. Jesus kennt diese Angst. Ihm ist „all Angst an uns bewusst“. Doch er kommt nicht, um diese Angst zu übertönen. Er kommt, um sie zu stillen. Aber er kann die Angst in unserem Herzen nur stillen, wenn wir selber still werden und auf das leise Wort hören, das die Angst überwindet. Er kann die Dunkelheit in uns nur erhellen, wenn wir dem Licht folgen, das er selber ist: „Ich bin das Licht der Welt“, sagt Jesus, „wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12) Doch dieses Licht gleicht nicht dem kalten Neonlicht einer Leuchtreklame, sondern eher dem stillen und Licht einer Kerze, das Wärme ausstrahlt und Geborgenheit.

Jede Adventskerze, die wir in den kommenden Wochen anzünden, will uns an dieses Licht erinnern: das Licht, das in die Welt gekommen ist, um unsere Angst zu stillen. In der Hoffnung, dass in den kommenden Wochen etwas von diesem Licht auch in Ihrem Leben spürbar wird, wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.
Ihr Pfarrer Jürgen Gossler
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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