Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld
Monatsspruch "Oktober 2017"
Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.
Lk 15,10
Gottesdienste
::: Dienstag, den 31. Oktober 2017
10.00 Uhr Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum
Gemeindebrief-Archiv
Gemeindebriefe und Themeninhalte aus der Vergangenheit
2. von 10 Themen im Gemeindebrief - Ostern 2004
Über Gott stolpern

Vorsichtig, Schritt für Schritt am Strand über die Steine balancieren, bis hin zum Meer. Manche Steine wackeln, sind rutschig und überspült vom Wasser, andere liegen fest und geben Halt. Wieder andere strahlen die Hitze ab, die sie in der Sonne aufgetankt haben. Zu heiß, um dort stehen zu bleiben.

So balancieren auch wir über die Steine unseres Lebens, Stein an Stein. Die einen geben festen Halt, andere sind rutschig, wieder andere zu heiß, um dort zu verweilen. So versuchen wir, eine Richtung zu finden. So suchen wir unseren Weg. Manche Steine liegen wie Stolpersteine im Weg, sind Steine des Anstoßes.

So einen Stolperstein hat sich einst Jakob selbst aufgerichtet. Die Geschichte, die davon berichtet, steht im ersten Buch Mose: Eines Nachts legte Jakob seinen Kopf auf einen Stein und schlief ein. Er träumte von seinem Leben und sah eine Leiter, die reichte von der Erde bis in den Himmel. Und die Engel liefen daran rauf und runter, hin und her. Es war so, als ob Gott selbst aus dem Himmel käme, um Jakob zu besuchen. Und eine Stimme sprach: "Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst." (Gen 28, 15a)

Als Jakob erwachte, stellte er fest: "Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!" (Gen 28, 16). Und er richtete den Stein, auf dem er geträumt hatte, zu einem Steinmal auf - zu einem Erinnerungsstein - und nannte den Ort Bethel. Das ist hebräisch und heißt übersetzt: Haus Gottes.

Wie oft könnten wir das sagen in unserem Leben, auf unserem Lebensweg: "Fürwahr, hier war Gott und ich habe es nicht bemerkt!" So mancher Stein auf meinem Weg kann ein Erinnerungsstein dafür sein, dass ich über Gott gestolpert bin, ein Stein, der aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken ist. So werden manche Steine zu Bausteinen meiner Lebenslinie. Sie gehören zu meinem Leben, mein Weg führt über diese Steine. Manche Steine werden zunächst nicht in mein Leben passen, aber wenn sie durch die Hand Gottes gehen, der gesagt hat: "Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst!", dann werden sie zu meinem Weg. Kein schnurgerader Weg, kein ebener Weg, aber mein Weg, durch Höhen und Tiefen, mal breit, mal schmal, durch dick und dünn, mal gekreuzt von Alternativen und Versuchungen, mal auf wackeligem Untergrund, mal rutschig oder zu heiß, wie die Steine am Strand. Es ist Gottes unbeirrbare Liebe, die mich meinen Weg gehen und finden lässt.

Und was wie ein Strich durch die Rechnung aussehen könnte, ist dann in Wahrheit meine Lebenslinie. Und ich würde feststellen: "Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!" Ich bin heilsam über Gott gestolpert und habe meinen Weg gefunden. Es tut gut, sich einen solchen Erinnerungsstein aufzurichten. Er erinnert mich daran, dass sich Gott mir in den Weg stellt, mich meinen Weg, meine Lebenslinie, finden lässt, zu meinem Weg wird.

Liebe Leserinnen und Leser, für das neue Jahr wünsche ich Ihnen, dass Gott sich Ihnen hin und wieder heilsam in den Weg stellt und Sie am Ende des Jahres einstimmen können in die Worte Jakobs: "Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht!".
Ihre Pfarrerin Kirsten Schulte
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Bildquellen: Magazin Gemeindebrief
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